Wi snackt Platt Lektion 36 – 40

Plattdeutsch
Wi snackt Platt

Lektion 36: Spielsachen

Spielsachen (Speeltüüch) gibt es in Hülle und Fülle. Ob zu Weihnachten oder zum Geburtstag sind die Kinderwünsche groß. Eenfach is dat bi ’n Ball, de heet ok op Platt Ball. Anners: Häufig lassen sich die Begriffe leicht vom Hochdeutschen ableiten – wi Billerbook = Bilderbuch, or Fohrrad = Fahrrad, Footballspeel = Fußballspiel, Handschen = Handschuh, Speeltüch ut Holt = hölten, Keed = Kette, Kledaasch = Kleidung, Marmel = Murmel, Poppenstuuv = Puppenstube, Poppenwagen = Puppenwagen, Boord = Regal, Schüffel = Schaufel, Springtau = Springseil, Pett-Auto = Tretauto. (jm) 
Lektion 36: Spielsachen [MP3, 1,53 MB]

Lektion 37: Regionale Vielfalt des Plattdeutschen

Plattdeutsch ist kein Dialekt wie Bayerisch oder Hessisch, sondern eine eigene Sprache. Sie wurde 1999 in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgenommen. Zur Zeit der Hanse war Plattdeutsch die beherrschende Sprache in Nordeuropa. Wie alle Sprachen verfügt auch das Plattdeutsche über Dialekte, die sich regional unterscheiden durch die Aussprache, die Schreibweise, den Wortschatz und den Satzbau. Bei uns wird Nordniedersächsisch gesprochen. Es erstreckt sich vom Oldenburger Land, das Elbe-Weser-Dreieck, Bremen, Hamburg bis nach Holstein. Innerhalb dieses Gebietes gibt es von Dorf zu Dorf Unterschiede in Aussprache und Wortwahl. Nach Westen schließt sich das Ostfriesische und Emsländische an, nach Süden das Westfälische und das Ostfälische, nach Norden das Schleswigsche und nach Osten das Mecklenburg-Vorpommersche. „Das Mädchen spricht“ heißt dann in Nordniedersächsisch „De Deern snackt“, in Ostfriesisch „Dat Wicht praat“, in Westfälisch „Dat Loit küert“ und in Mecklenburgisch „De Diern spreekt.“ (Gro) 
Lektion 37: Regionale Vielfalt des Plattdeutschen [MP3, 1,78 MB]

Lektion 38: Tätigkeitswörter in der Gegenwart

Die Menschen teilen wir häufig ein in „das schwache“ und das „starke Geschlecht“. Dabei meinen wir Frauen und Männer, sollten uns aber bewusst sein, dass es auch starke Frauen und schwache Männer gibt. Das ist bei den Tätigkeitswörtern (Verben) anders. Im Hochdeutschen wie im Plattdeutschen sind Verben schwach, wenn bei den Personalformen (Konjugation) sich der Wortstamm nicht verändert z.B. „ik maak, du maakst, he maakt, wi maakt, ji maakt, se maakt“. Bei den starken Verben gibt es in der 2. und 3. Person Einzahl eine Änderung des Vokals im Wortstamm, z.B. „ik loop, du löppst, he löppt, wi loopt, ji loopt, se loopt“. Anders als im Hochdeutschen – hier machen es sich die Plattdeutschen wieder mal einfacher – kennen sie für die Mehrzahl nur eine Endung, nämlich –t. Hier weitere Beispiele. Schwaches Verb: „ik sitt, du sittst, he sitt, wi sitt, ji sitt, se sitt.“ Starkes Verb: „ik gah, du geihst, he geiht, wi gaht, ji gaht, se gaht“. Sühst woll:

Platt snacken is gor nich so swoor. Troo di man! Kummst al kloor. (Gro) 
Lektion 38: Tätigkeitswörter in der Ge-genwart [MP3, 1,81 MB]

Lektion 39: Verben und Substantive

Plattdeutsch klingt anders als Hochdeutsch, klar! Aber ein weiterer Unterschied fällt auf: Was die Plattdeutschen mit Verben (Tätigkeitswörtern) ausdrücken, erklären die Hochdeutschen gern mit einer Häufung von Substantiven (Hauptwörter). Solche Substantivierungen sind alle die Wörter mit – ung, -keit, -heit, -nis am Ende. Den Satz „Die Bedeutung einer erneuten Steuererhöhung nach Ablauf eines halben Jahres liegt außerhalb seiner Verstehensmöglichkeiten“ würde ein Plattdeutscher in etwa so ausdrücken: „Dat se de Stüern na een half Johr al wedder ropsetten willt, dat kann he partu nich verstahn“. Bei einer „Vergrößerung“ wird auf Platt „wat gröter maakt“, eine „Tätigkeit“ führt aus, wenn „he weet, wat to doon is“. Bei einem „Bedürfnis“ „geiht een na Tante Meyer“ und „Dummheit“ bedeutet „de is man wat dösig“. Nach einer „Verzeihung“ „sünd se wedder goot miteenanner“ und „Schnelligkeit“ heißt, dass „een gau lopen kann“. Die „Seltenheit“ „kummt af un an mal för“ und eine Person von großer „Vergesslichkeit“ ist „een vergeten Dröömbüdel“. (Gro) 
Lektion 39: Verben und Substantive [MP3, 1,74 MB] 

Lektion 40: Vorsilben

„Das musst du mir mal erklären!“ heißt auf Plattdeutsch: „Dat mußt du mi mal verkloren!“ Bei einer Reihe von Tätigkeitswörter, die im Hochdeutschen die Vorsilbe „er-“ haben, benutzt man in Platt die Vorsilbe „ver-„. „Vertell (erzähle) mal, hest di verköhlt (erkältet)! Denn mußt du di’n beten verhalen (erholen).“ Und ein anderes Beispiel: „Mann wat hebb ik mi verjaagt (erschreckt), as ik hört hebb, dat dien Koh versapen (ersoffen) is.“ Bei den andere Verben mit Vorsilben werden diese wie im Hochdeutschen gebildet: „Anziehen – antrecken, aufmachen – opmaken, durchsagen – dörseggen, übersetzten – översetten, einkaufen – inkopen“ Auch die Vorsilbe „ver-“ kann erhalten bleiben: „Vergessen – vergeten, verdrießen – verdreten, verlieren – verleren.“ Eins sollten wir uns zu Herzen nehmen un nienich vergeten: „Dat is verlöövt (erlaubt), op’t Amt dien Saak op Plattdüütsch to vertellen (erzählen), uk wenn de Amtmann or Amtfro sik verjagen (erschrecken) kunn.“ (Gro) 
Lektion 40: Vorsilben [MP3, 1,69 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

Encuentro del Stammtisch todos los viernes / Stammtischtreffen jeden Freitag - 17:30 - Primacy Apart Hotel , Santa Fe 2464, Mar del Plata

Ein Gedanke zu „Wi snackt Platt Lektion 36 – 40

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.