Wi snackt Platt – Lektion 26 – 30

Plattdeutsch
Wi snackt Platt

Lektion 26: Feminine Formen

An die Anrede „Frau Bundeskanzlerin“ haben wir uns ja inzwischen gewöhnt. Bei der weiblichen Form von Bezeichnungen fügen wir im Hochdeutschen in der Regel ein „-in“ an: „Rentnerin, Ärztin, Busfahrerin.“ Im Plattdeutschen gibt es mehrere Möglichkeiten. Häufig wird ein „-sch(e)“ angefügt, wie bei „Verköpersch(e), Schoolmestersch(e), Neihersch(e) oder Doktorsch(e)“. Doch auch die Endung mit „-in“ gibt es in Platt. Manchmal ist beides möglich: „Lehrerin/Lehrersch(e), Schölerin/Schölersch(e)“ manchmal ist nur eine Endung möglich: „Polizistin, Maschinistin, Finanzbeamtin“. Wenn eine männliche Form auf „-mann“ endet, muss bei der weiblichen Form umschrieben werden: „Koopmann – se verköfft dit un dat, Muermann – se arbeit bi de Muerlüüd, Seemann – se fohrt na See“. Einfallsreich, wie die Plattdeutschen so sind, fällt ihnen auch bei ungewöhnlichen Ausdrücken was Neues ein. Denn wenn „de Paster“ neuerdings eine Frau ist, sagen sie einfach „Fro Paster“. Und in den Plattdeutschen Nachrichten heißt es dann: „Fro Bundeskanzlersch(e) hett seggt, dat …“. (Gro)
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Lektion 27: Fragepronomen

Erinnern Sie sich noch an die Liedzeile aus den Anfangszeiten der Sesamstraße „…Wer nicht fragt, bleibt dumm!“ Das Fragen ist einer der wichtigsten sprachlichen Möglichkeiten beim Weg ins Leben. Eingeleitet werden die meisten Fragen durch Fragepronomen: „Wer? Wie? Was? usw.“ Im Plattdeutschen werden bis auf die Ausnahmen „Wat? (Was?), Wannehr? (Wann?) Welk? (Welche?)“ alle Fragewörter in Zusammensetzung mit Wo? gebildet. Dabei heißt „Wo?“ allein entweder „Wo?“ Oder aber auch „Wie?“(Wo hest du dat maakt?) Es gibt Fragewörter, die man nicht trennen kann, wie „Woans? (Wo?), Wonem? (Wohin?), Worüm? (Warum?) Wokeen? (Wer). Bei letzterem lässt man gern das „wo“ weg: „Keen büst du denn? (Wer bis du denn)“. Trennbare Fragewörter sind z.B.: Wohen? „Wo geihst du hen?“, Wovon? „Wo leevst du von?“, Wona? „Wo smeckt dat na?“. Schließlich gibt es Konstruktionen aus mehreren Wörter, die Fragesätze einleiten: „Wat för een Profeschoon hest du?“. Sie antworten doch sicher: „Ik bün een Plattdüütschen.“ (Gro) 
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Lektion 28: Imperativ

„Kummandeer mi nich so rum! Ik weet sülven, wat för mi goot is.“ Auf die Befehlsform (Imperativ) reagieren viele Leute nicht immer freundlich. Aber meist steckt dahinter ja nur die gut gemeinte Aufforderung, etwas Bestimmtes zu tun oder zu lassen. Im Plattdeutschen nimmt man dazu den Wortstamm des Verbs ohne Endung: „Kummanderen – kummandeer! Seggen, segg! Lopen – loop! Snacken – snack!“ Wenn Sie die Aufforderung an mehrer Leute richten wollen, benutzen Sie die Pluralform des Verbs: „Wi danzt – danzt! Wi singt – singt!“ Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, z.B.: „Doon – do! – doot! Könen – kann! – köönt! Mögen – mag! – möögt! Sehn – süh! – seeht! Typisch plattdeutsch heißt „Setze dich!“ auf Platt „Gah sitten!“ oder „Sett di daal!“ Ja, denn man to: Nehm di een Stohl un sett di daal! Röög di nich un snack nich so veel! Luster goot to un paas up, wat ik di segg! Denn do, wat du wullt, de Lüüd snackt doch! Dat best is: Snack Platt, ik do dat ok! (Gro) 
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Lektion 29: Lehnwörter aus dem Französischen

Viele Menschen regen sich heute auf über das „Denglisch“, die Zunahme von englischen Worten, die unseren Alltag heute bestimmt. Im Plattdeutschen hat sich ein ähnlicher Vorgang schon vor 200 Jahren ereignet, allerdings mit dem Französischen. Diese Worte gehören heute wie selbstverständlich zum plattdeutschen Wortschatz. Farbe heißt „Klöör“ vom französischen „couleur“, gehen wir zurück, heißt es „retuur“ (retour), und sind wir „praat“ (parade), dann sind wir fertig. Wir haben es gern „kommodig“ (commode) und so leicht bringt uns nichts aus der „Fassong“ (facon). Wer hätte gedacht, dass in den folgenden drei Sätzen zehn französiche Lehnwörter stecken: „He seet in den Bredullje (bredouille), as em de Buddel (bouteille) direktemang (directment) von de veerte Etaasch (etage) daal full. Dat weer een Mallöör (malheur) un partu (partout) keen Pläseer (plaisir). He sä „Pardong“ (pardon) in den Momang (moment) un weer nu op ’n Kiewief („Qui vive“ – Losungswort). Die französische Endsilbe „-age“ hören wir in Wörtern wie Kledaasch und Packelaasch. Un ik segg nu tschüüß (adieu). (Gro) 
Lektion 29: Lehnwörter aus dem Französischen [MP3, 1,73 MB]

Lektion 30: Personal-Pronomen

Pronomen, wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt sind Fürwörter. „För alle Naams, un Lüüd, un Saken nehmt Se een lüttet Woord.“ Hier einige Bespiele: „Kathrin süht Hinnerk. Se süht em.“ „De Schoolmester fragt de Kinner. He fraagt jem.“ „De Spegel is twei. He is twei.“ Jeder von uns kann die Personal-Pronomen auf Hochdeutsch runterrappeln: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Das geht auch auf Platt: ik, du, he, se, dat, wi, ji, se. Wenn das Fürwort für ein Hauptwort im Dativ oder Akkusativ steht, gibt es auf Platt nur jeweils ein Wort: mi, di, em, ehr, dat, us, jo, jem. Ein Reflexiv-Pronomen bezieht sich als Objekt des Satzes immer auf das Subjekt. „Ich schäme mich. Ik schaam mi. Du schaamst di. He schaamt sik. Wi schaamt us. Ji schaamt jo. Se schaamt sik.“ Nach einem leckeren Aal-Essen prostet man sich mit einem Löffel Kööm gern so zu: „Ik se di. Dat freut mi. ik suup di to. Dat do. Ik hebb di tosapen. Hest den rechten drapen.“ Un denn ward de Leepels ümdreiht, un daar dröfft keen Druppens mehr daalfallen. (Gro) 
Lektion 30: Personal-Pronomen [MP3, 2,16 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

 

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