Ulrich Pätzold 8und60 Notizen im Alter

[Eine gewisse Überraschung erlebten wir Deutschsprechende in Mar del Plata, als folgende Anzeige in der hier erscheinenden Tageszeitung „El Atlántico“  vom 27.4.2013 zu lesen war. Kenne Herrn Pätzold allerdings nicht, aber das sonderbare dieser Werbeannonce an unserem ferngelegenen Ort lässt vermuten, er habe womöglich mal hier gewohnt. Gerade nur darum könnte es uns interessieren, was er da aufgezeichnet hat. Dies ist nicht als Geschäftswerbung zu verstehen.- C.H.]

Zitat:

Schon lange beschäftige ich mich mit der Frage, wie die 68er Jahre des vorigen Jahrhunderts, in denen ich studiert und wesentliche berufliche Prägungen erhalten habe, mein Leben beeinflusst. Einstellungen, Wahrnehmungen, Ausdrucksweisen, Gedanken und Gefühle sind auch heute noch eingebettet in die soziale und kommunikative Dynamik, die um 1968 aufgebrochen war. Das bedeutete nicht, die theoretischen Wege weiter zu gehen, die damals beschritten wurden. Heute sehe ich die Welt ganz anders als damals. Aber es ist reizvoll, die Spiegelungen zu entdecken, die es zwischen dem symbolischen 1968 und heute gibt.

Für mein 68. Lebensjahr hatte ich mir vorgenommen, aus diesen Spiegelungen nach aktuellen Ereignissen und Erinnerungen und Gefühlen zu suchen und sie in kurzen Texten zusammen zu fassen. Das habe ich mit journalistischer Gewissenhaftigkeit ein Jahr lang getan. Auf diese Weise entstanden Aufzeichnungen aus den Jahren 2011 und 2012. Eine Auswahl von ihnen veröffentliche ich nun in meinem Buch Achtundsechzig – Notizen im Alter

Das Buch wird nicht nur diejenigen interessieren, die in der gleichen Zeitspanne alt geworden sind wie ich selber. Es ist auch ein Dokument für jüngere Menschen. Denn sie werden entdecken, dass die Sicht auf bestimmte Themen, ja schon die Auswahl, was denn als das „Neue vom Tage“ wichtig erscheint, eng verbunden mit der Biografie eines Menschen ist. Diese Biografie ist weniger wichtig in ihren engeren privaten Ereignisabläufen. Sie ist viel spannender, wenn aus ihr deutlich wird, wie eine Epoche, ein Abschnitt in der Zeitgeschichte das Leben mit seinen Ansichten und Einsichten prägt. Deshalb bin ich selbstbewusst überzeugt, ein Buch geschrieben zu haben, das in die Öffentlichkeit gehört. Ulrich Pätzold