Dinosaurier in Chubut, Patagonien

DinosauriesIn Argentinien fand man kuerzlich die Überreste eines der größten Dinosauriers der Welt. Vierzig Meter lang, zwanzig groß, rund 80 Tonnen schwer – diese neue Dinosaurierart war bisher noch vollkommen unbekannt.
In der Nähe des Ortes La Flecha im patagonischen Süden Argentiniens (Provinz Chubut) stieß ein Landwirt auf die Knochen und informierte die Forscher des nahegelegenen Museums.
Sofort rückten die Experten mit einem Forschungsteam an und legten die 150 Knochenteile frei. Sie gehen davon aus, dass die Überreste von sieben erwachsenen Tieren stammen. „Gemessen an der Größe dieser Knochen handelt es sich bei der neuen Dinosaurierart um das größte Lebewesen aller Zeiten“, erklärten die Experten. Die Maße des Dinosauriers übertreffen alle bisherigen Entdeckungen: „Von Kopf bis zur Schwanzspitze musste der Dinosaurier insgesamt 40 Meter lang gewesen sein“, sagten sie der BBC. „Und mit erhobenem Hals war er etwa 20 Meter groß – so groß wie ein Gebäude mit sieben Stockwerken.“ Weiterlesen

Encuentro del Stammtisch todos los viernes / Stammtischtreffen jeden Freitag - 17:30 - Primacy Apart Hotel , Santa Fe 2464, Mar del Plata

Deutschland-Platz in Mar del Plata, Argentinien

  [In der Absicht, Doris und Axel diesmal die undankbare Arbeit der Übersetzung zu ersparen, versuche ich mich in einer eigenen, wenn auch sicherlich unzureichenden].

 Am 25. Februar ds. Js. wurde in Mar del Plata, Argentinien, ein offener Stadtplatz neu eingeweiht: der Deutschland-Platz. Mit diesem Namen hatte vor 20 Jahren die Stadtverwaltung ein leeres Grundstück bereitstellen lassen, das im Leuchtturm-Viertel (Barrio Faro Norte) liegt, an der Sánchez de Bustamante-Srasse Nr 3500. Es ist eine hübsche Vorortgegend, der Platz ist gut beleuchtet, hat neue Kinderspielgeräte und auf ihm stehen einige grossgewachsene Nadelbäume dessen Namen ich nicht kundig bin.

Eine fleissige und begeisterte Gruppe deutschsprachiger Leute, viele von ihnen argentinischer Staatsangehörigkeit, arbeitete monatelang an der Fertigstellung des Vorhabens, das als eine Ehrerbietung für ihre Vorfahren beabsichtigt war. Es sollte auch als Ansporn dienen, um ein herzliches Zusammentreffen herzustellen unter diejenigen, die ihre deutsche Abstammung anerkennen, ob sie Deutsch sprechen oder nicht.

 Die Veranstaltung lässt nicht nur gesellschaftliche Beziehungen als dauerhaften Meilenstein zurück, sondern auch ein materialisiertes Zeichen, das der Stadt Mar del Plata gestiftet wird: ein kunstvolles Denkmal mit deutschem Adlerwappen und zwei Gedenkplatten, die vom bekannten Bildhauer Juan Carlos Varela entworfen wurden.

 Diejenigen von uns, die aus freiheitlicher Gesinnung heraus an der Veranstaltung gern teilgenommen haben, brauchten keine chauvinistische Übergriffe noch demagogische Parolen ertragen. Ohne dass die Begeisterung darunter litt, verlief alles korrekt und gemäßigt auf jener Zeremonie, an der es diplomatische Stimmen, vaterländische Emblemata, Predigten und Gebete zu hören und zu sehen gab, sowie auch schöngespielte Nationalhymnen und Militärmärsche, die von einer Kapelle des argentinischen Heeres vorgeführt wurden.

Hiermit gestehe ich meine Freude zu diesem Ereignis, das der Anfang eines besseren Zusammentreffens der Deutschen in Mar del Plata darstellen könnte. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich dieses Gefühl mit persönlichen Erinnerungen verknüpfe. Gleich nach Beendigung des zweiten grossen interimperialistischen Krieges des 20. Jahrhunderts, als Deutschland und seine Verbündeten katastrophal besiegt wurden, kam ich mit meiner Familie nach Mar del Plata um hier Arbeit zu suchen. Mein Vater hatte seinen Job in Buenos Aires verloren als 1945 die grossen deutschen Unternehmen in Argentinien als “Feindeseigentum” beschlagnahmt wurden. Er stand schon vor seinem fünfzigen Lebensjahr und nie haben wir uns von diesem seelischen und wirtschaftlichen Missgeschick erholen können. Aber die argentinische Volksschule, mit seinen beiden Unterrichtsstufen (primaria und secundaria), gab mir die Grundlage zu einem langläufigen Zurückgewinn von Alledem, was der gefräßige Staat uns weggenommen hatte. Lob sei also unsererem argentinischem Heimatland gewidmet.

 Zur Zeit meiner Ankunft in Mar del Plata, hatten die hier wohnenden Deutschen zum grössten Teil ihre Köpfe und Hälse in den Sand gesteckt um “nicht aufzufallen”. Heute verstehe ich ihre Gründe, in Betrachtung des starken “antideutschen” Vorurteils der in weiten Schichten der Bevölkerung verbreitet war. Dieser Zustand hinterließ seine Spuren in meinen Vorstellungen der Adoleszenz, indem ich mich eine Zeitlang weigerte, die Sprache der “Richter und Henker” zu sprechen (mit hämischer Anspielung auf das Land der “Dichter und Denker”).

Als ich später versuchte, die Sprache meiner Eltern zurückzugewinnen, hatte ich sie praktisch aus dem Gedächtnis verdrängt und konnte sie nicht sprechen noch schreiben. Ich kam also zum Entschluss, das Deutsche wieder “von Null aus” zu erlernen, was unter anderem durch den Kontakt mit deutschsprechenden Mitmenschen geschehen konnte. Diejenigen waren aber sozusagen aus meiner Sicht verschwunden. Sie “zeigten sich nicht”, kamen nicht zum Vorschein, ausser ehrenswerte Ausnahmen wie Brigitte Ahrend und ihrem Herr Vater, ein hochkultivierter Mensch, sowie auch Renate Stückrath, die an der Gutenberg-Schule Deutsch unterrichtete, und Herr Ingenieur Joachim Werner, der mich oftmals zu Veranstaltungen bei Nationalfeiertagen der Bundesrepublik einlud.

 So “restaurierte” ich allenfalls in mir die deutsche Sprache, nichtmehr als Muttersprache sondern als eine erlernte, sozusagen eine “künstliche Sprache” dessen Gebrauch mich in Stress versetzt, da ich auf Spanisch überlegen muss und danach das Gedachte übersetze: ein Vorgehen, von dem alle Schulmeisterlein abraten.

Sehr willig aber nehme ich die Hypothek des Denken-Übersetzens auf mich, sowie auch die oben erwähnten gesellschaftlichen und persönlichen Bestimmungen meines alltäglichen Kampfes mit der Sprache von Heine, Reiner Kunze und Theodor W.Adorno. Somit bleibt mir auch das Erlebnis in verehrter Erinnerung, das meine Mutter mit ihrem singen deutscher Volkslieder und Schlager, mein Vater durch seine Lebenserzählungen, in der Seele hinterliessen. Gleichzeitig erweitere ich auch dadurch die kommunikativen Bände, die im Kontakt mit hierwohnenden deutschstämmigen Menschen und mit Besuchern aus deutschsprachigen Ländern entstehen.

 Jeder einzelne der Anwesenden bei der Neueinwehung des Deutschland-Platzes in Mar del Plata empfand sicherlich dabei ähnliche oder verschiedenartige Gefühle. Alle haben wahrscheinlich ein Verlangen nach Einigkeit gespürt, jener Einigkeit (besser noch als “Einheit”) die in den vierziger Jahren des 19.Jahrhunderts in der dritten Strophe des Deutschlandlieds von Hoffmann von Fallersleben gefordert wurde. Demzufolge sollte uns die kleinliche Kritik an irgenwelchen Organisatorischen Fehlern keine Sorgen machen, noch die ironischen Anspielungen auf winzige wappenkundige Details kränken.-

 Carlos Haller, in Mar del Plata am 28. Februar 2011.-

Ehrentafel / Monument Plaza Alemania

Plaza Alemania