Apostrophitis

Die Kategorie passt nicht ganz, aber ich moechte euch diese wunderbare Seite nicht vor enthalten.

Leider ist es einem deutschen blog nicht recht, dass ihr diese infos lest.

Encuentro del Stammtisch todos los viernes / Stammtischtreffen jeden Freitag - 17:30 - Primacy Apart Hotel , Santa Fe 2464, Mar del Plata

Koelsch fuer Imis

Ajuja:
Ausruf der Freude.„Jitz jeit et widder Ajuja“ heißt soviel wie „jetzt geht der Karneval los.“

Ähzezupp:
Erbsensuppe gibt es zu Karneval bei vielen Veranstaltungen – als gute Grundlage für die nachfolgenden Getränke, und sie wärmt.

Alaaf:
Hochruf auf Al-Ersch, seit 1933 nachweisbar. Wer in Al-Ersch „Helau“ ruft, hat es mit allen verdorben. Hier gilt nur das „Alaaf“.

Baas:
Scherzhaft für Chef oder Meister.Viele Karnevalsgesellschaften haben einen Baas in ihren Reihen, Baas vom Senat, Baas von großen Rat oder einfach Baas der Gesellschaft.

Baselemänes:
kommt aus dem Französischen („Baiser-Les-mains“ – Handkuss) und bezeichnet jemanden, der übertrieben höflich ist – vor allem dem weiblichen Geschlecht gegenüber.

Beschummele:
Übervorteilen bei Kleinigkeiten

Bibi:
Runder, steifer Hut, Melone. Eine beliebige Kopfbedeckung im Karneval.

Blotwoosch:
Blutwurst oder auch Flönz. Sehr beliebt in Köln, aber ein sehr schwer auszusprechendes Wort.

Büdchen:
Kiosk, sehr wichtig für den Kölner. Hier gibt es nicht nur Zeitungen, Zigaretten und Süßigkeiten, sondern auch den neuesten Klatsch. In Al-Ersch haben wir kein Büdchen, aber Klatsch, den haben wir auch.

Bützje:
Küßchen, gibt im Karneval jeder jedem, den er irgendwie kennt oder auch nicht. Ein Bützchen ist nur freundschaftlich gemeint und wird auf die Wange oder den Mund gegeben. Jebützt wird nur in der Öffentlichkeit.

Decke Trumm:
Wenn der Kölner sie hört, hält ihn nichts mehr in seiner Wohnung. Ohne decke Trumm (Trommel) wäre der Karneval nicht denkbar.

Doosch:
Durst hat man, und in Al-Ersch hat man ihn immer, aber nur auf Kölsch.

Fastelovend:
sagt der Al-Erscher zum Karneval. Auf keinen Fall darf man in Al-Ersch Fasching sagen, auch wenn es der Prinzessin auf der Zunge liegt. Das kommt schon einem Vergehen gleich.

Finsternöll:
ist eine kleine heimliche Liebelei. Ein Fastelovends-Fisternöll ist am Aschermittwoch vorbei.

Föttche:
bezeichnet das Hinterteil am Menschen

Föttchesföhler:
ist ein gegenüber Frauen aufdringlicher Mann

Halver Hahn:
hat nichts mit einem halben Hähnchen gemeinsam. Gemeint ist ein Röggelchen (Roggenbrötchen) mit mittelaltem Hlländer. Es gibt ihn in jeder Kneipe.

Hätz:
Das Al-Erscher Hätz ist so ziemlich bei allem, was man macht. Im Karneval läuft das Hätz über vor Glück. Die Denkweise der Al-Erscher ist vom Hätz geprägt, und alles Positive kommt aus dem „Hätzekülche“ (Herzgrübchen).

Imi:
ist kein gebürtiger Al-Erscher. Jeder echte Al-Erscher erkennt ihn sofort. Nach einigen Gläsern Kölsch steht einer Verbrüderung in den meisten Fällen nichts mehr im Wege

Jeck:
Jeck sein ist in Al-Ersch nichts Anrüchiges. Im Karneval sind alle mehr oder weniger jeck. Auch in der übrigen Zeit gehört das Wort zur Umgangssprache. Man kann auf alles jeck sein, auf Al-Ersch, auf Urlaub, auf Sport.

Jeck loss Jeck elangs:
bezeichnet die rheinische Toleranz, die wie selbstverständlich die eigene wie die andere Narrheit akzeptiert.

Jözenich:
Der Gürzenich ist das alte Kölner Ballhaus, in dem unter anderem die Prinzenproklamation und die Fernsehsitzungen stattfinden.

Kamelle:
Karamellen. Im Rosenmontagszug ein Sammelbegriff für alle Süßigkeiten, die geworfen werden.

Klävbotz:
Einer, der kein Ende finden kann. Ein Gast, der immer als letzter in der Kneipe sitzt.

Klüngel:
Amtliche Dinge bei einem Kölsch an der Theke auf unbürokratische Art regeln. Ausspruch von Norbert Herkenrath: „Kölscher Klüngel, das ist unbürokratische Kreativität unter Ausschluss der Öffentlichkeit zum Wohle der Allgemeinheit.“

Knabbüss:
Gewehr der Funken, das zum Zeichen der friedlichen Absicht ein Blumensträußchen im Mündungsloch trägt.

Knies:
Streit, der meist schnell vorübergeht und nie gewalttätig ist. Knies im Karneval gibt es öfters, eine Versöhnung ist aber immer absehbar.

Kniesbüggel:
Geizhals – sollte man nie am Rosenmontag rufen, da alle Teilnehmer ihr Wurfmaterial aus eigener Tasche bezahlen.

Knöllchen:
Ein Al-Erscher bekommt kein Protokoll, das bekommen nur die Fremden, er bekommt ein Knöllchen.

Knubbel:
Beule, Menschenansammlung.

Knüppelchensjung:
Trommler – die Jungen, die mit ihren Knüppelchen (Stöckchen) die Trommel schlagen.

Köbes:
gehört zum Inventar jeder kölschen Kneipe. Ruft man ihn „Herr Ober“, überhört er es. Er trägt ein blaues Hemd und eine blaue Leinenschürze. Der Köbes ersetzt unaufgefordert jedes leere Kölschglas durch ein volles. Er duzt alle Gäste und behält auch im größten Trubel die Nerven.

Kölsch:
ist Bier, Sprach und Gesinnung für den Kölner.

Kölsche Kaviar:
gibt es in jeder kölschen Kneipe. Es ist Blutwurst vom Kranz mit Zwiebelringen und senf.

Kopping:
Kopfschmerzen. Wenn der Al-Erscher morgens mit Kopping aufwacht, weiß er, dass das letzte Glas Kölsch am Abend schlecht gewesen sein muss.

Kranz:
Werkzeug des Köbes, ein Tragegestell für Kölschgläser. wenn man in größerer Runde zusammensitzt, bestellt man „ne Kranz Kölsch“.

Mädche:
Liebevolle Bezeichnung für alle Frauen, egal, wie alt sie sind.

Muuzemändelche:
Karnevalsgebäck in Mandelform, in Öl gebacken.

Muuze:
Karnevalsgebäck; ausgerollter Teig in Öl gebacken.

Nohdoosch:
Nachdurst nach durchzechter Nacht.

Pänz:
Eine liebevolle Bezeichnung für Kinder. Panu (Singular) ist meistens ein ungezogenes Kind.

Pittermännche:
ist ein kleines Fässchen Kölsch. Es ist sehr beliebt bei Feiern zu Hause und im Schrebergarten, denn der Kölner trinkt in Gesellschaft nicht gerne Flaschenbier. Wir aber!

Quetschebüggel:
Akkordeon – sehr beliebt im Karneval, da die Musik zum Mitsingen auffordert.

Rhing:
Kein anderer Fluss oder Strom wird so viel und so leidenschaftlich besungen wie der Rhein.

Rievkooche:
Reibekuchen – müssen aus frischen Kartoffeln zubereitet werden. Rievkooche sind so etwas wie ein Kölner Nationalgericht. Am besten schmecken die an der „Rievkoochebud“.

Rusemondaach:
Rosenmontag – Hauptfeiertag im Karneval.

Schabau:
Klarer Schnaps, Korn.

Schäl Sick:
Rechte Rheinseite. Früher wurde der Ausdruck im linksrheinischen abwertend gebraucht, heute ist er fast nur noch ein Unterschiedsmerkmal.

Schänge:
Schimpfen, das tun aber immer nur die anderen.

Schmecklecker:
bezeichnet einen Mann, der die weiblichen Reiz offensichtlich genießt

Schnüss:
Mund – de Schnüß schwade heißt ohne tieferen Sinn reden. Ein „Schnüßje“ ist zum Bützen da.

Spillmannszoch:
Musikzug – trifft man im Karneval überall an. Er verbreitet Stimmung auf den Straßen und in den Sälen.

Stöötz:
Großartiger Blödsinn, wird auf der Karnevalsbühne geboten.

Strüssjer:
Karnevalssträußchen, die das Prinzenpaar beim Einmarsch in den Saal wirft.

Trötemann:
Trompeter – unerlässlich bei Karneval, Kirmes und Schützenfesten. Ganz allgemein jeder, der ein Blasinstrument spielt.

Tünnes un Schäl:
Kölsche Witzfiguren. Tünnes ist der Unverfälschte, der in sich selber ruht. Er ist gutmütig, harmlos, witzig und arbeitsscheu.
Schäl ist ein Schlitzohr, clever und manchmal boshaft. Er ist der listige und verschlagene Spötter. Beide gehören unzertrennlich zusammen.

Verzäll:
Nicht ernst zu nehmendes Gerede, z. B. an der Theke.

Weetschaff:
Wirtschaft. Der Kölner hat seine Stammkneipe an der Ecke, d.h. er kann sie zu Fuß erreichen. In Köln spielt sich das Leben in der Wirtschaft an der Theke ab.

Wieverfastelovend:
Weiberfastnacht ist der Tag der Frauen. An diesem Tag wird der Straßenkarneval eröffnet.

Quelle: http://www.al-ersch.de/Imis/imis.html

Darf gerne ergaenzt werden um weitere Worte.

Wi snackt Platt Lektion 51-53

Plattdeutsch
Wi snackt Platt

Lektion 51: Steigerung der Adjektive

Adjektive zeichnen sich dadurch aus, dass man sie steigern kann. Die Steigerung selbst geschieht wie im Hochdeutschen und dem Englischen in zwei Stufen, dem Komparativ und dem Superlativ. Der Komparativ wird in der Regel dadurch gebildet, dass die Endsilbe -er an das Adjektiv angehängt wird: lütt – lütter. Der Superlativ wird gebildet durch an’n …….sten: an’n lüttsten. Es gibt wie im Hochdeutschen Adjektive, bei denen wird im Komparativ und Superlativ zu a, o und u auch der jeweilige Umlaut (ä, ö und ü) gebildet. Beispiel: jung, jünger, an’n jüngsten. Außerdem gelten die Regeln der lautlichen Angleichung. So wird in der Flexion aus -nd im Auslaut ein -nn- im Inlaut: gesund – gesünner – an’n gesünnsten. Gerät ein stimmloser Konsonant durch die Flexion zwischen zwei Vokale, so wird er stimmhaft gesprochen und auch so geschrieben: wiet – wieder – an’n wietsten. In einzelnen Fällen verändert sich ein langer Vokal in der Steigerung zu einem kurzen Vokal: groot – grötter – an’n gröttsten. Einige Adjektive bilden ihre Steigerungsstufen, indem sie auf andere Wortstämme zurückgreifen: goot – beter – an’n besten; veel – mehr – an’n meisten; geern – lever – an’n leefsten (cd) 
Lektion 51: Steigerung der Adjektive [MP3, 2,31 MB]

Lektion 52: Plattdeutsches Liedgut

„Wo de Nordseewellen trecken an den Strand“, „Dat Du mien Leevsten büst“ or „Herrn Pastor sien Kauh“. Plattdeutsche Lieder gibt es wie Sand am Meer und werden auch gerne von Hochdeutschen mitgesungen, ohne dass die alles verstehen. „Lütt Matten, de Haas“, ist ebenso bekannt wie „An de Eck steiht ´n Jung mit´n Tüdelband“. Wer das Lied nicht kennt, hier der Text:

An de Eck steiht ´n Jung mit´n Tüddelband
in de anner Hand ´n Bodderbrood mit Kees,
wenn he blots nich mit de Been in´n Tüddel kümmt,
un dor liggt he ok all lang op de Nees.
Un he rasselt mit´n Dassel op´n Kantsteen,
un he bitt sick ganz geheurig op de Tung,
As he opsteiht, seggt he: hett nich weeh doon,
ischa ´n Klacks för ´n Hamborger Jung

Refrain
Jo, jo, jo, Klaun, klaun, Äppel wüllt wi klaun,
ruck zuck övern Zaun.
Ein jeder aber kann dat nich, denn he mutt ut Hamborg sien.

An de Eck steiht ´n Deern mit´n Eierkorf
in de anner Hand ´n groote Buddel Rum.
Wenn se blots nich mit de Eier op dat Plaaster sleit,
un dor seggt dat ok al lang „bum bum“.
Un se smitt de Eiers un den Rum tosomen,
un se seggt „so’n Eiergrog den hebb ik geern“
as se opsteiht, seggt se: „Hett nich weeh doon,
ischa´n Klacks för´n Hamborger Deern

Refrain
Jo, jo, jo, Klaun, klaun, Äppel wüllt wi klaun,
ruck zuck övern Zaun,
Ein jeder aber kann dat nich, denn he mutt ut Hamborg sien. (cd) 
Lektion 52: Plattdeutsches Liedgut [MP3, 1,51 MB] 

Lektion 53: Wer spricht Plattdeutsch?

Noch sprechen 2,6 Millionen Menschen in Norddeutschland Plattdeutsch. Vor 25 Jahren waren es allerdings noch doppelt so viele. Dabei ist zu beobachten: Auf dem Dorf wird mehr Platt gesprochen als in der Stadt. In Küstennähe ist Platt verbreiteter als im Binnenland. Ältere sprechen mehr Platt als Jüngere. Frauen sprechen mehr Platt als Männer.
Die Zahl der Platt-Versteher ist drei Mal so hoch wie die der Platt-Snacker. Plattdeutsch wird gerne gehört. Die Bereitschaft selbst Platt zu sprechen ist natürlich höher, wenn im direkten Umfeld (Eltern, Großeltern, Verwandte) bereits Platt gesprochen wird.
„Sprache kann ganz schnell verloren gehen“, sagte Niedersachsens Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) vor Kurzem. „Wir befürchten zwar nicht, dass die niederdeutsche Sprache ausstirbt. Wir müssen aber etwas dafür tun, dass junge Leute sagen, Plattdeutsch ist cool.“
Neben Norddeutschland gibt es in der ganzen Welt noch plattdeutsche Sprachinseln, zum Beispiel in Polen, der Slowakei, in Dänemark, mehreren Staaten der einstigen Sowjetunion, in Nord- und Südamerika, Australien und Südafrika. Nach 1945 sind durch die Kriegsfolgen die niederpreußischen und hinterpommerschen Mundarten praktisch verschwunden. (cd) 

Lektion 53: Wer spricht Plattdeutsch? [MP3, 1,99 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

Encuentro del Stammtisch todos los viernes / Stammtischtreffen jeden Freitag - 17:30 - Primacy Apart Hotel , Santa Fe 2464, Mar del Plata

Wi snackt Platt Lektion 46 -50

Plattdeutsch
Wi snackt Platt

Lektion 46: Kledoosch

For Kledoosch gifft männicheen veel Geld ut. Dat gung so los: Wenn sik fröher ene Fro antrocken hett, denn worr en BH anleggt, denn wörr de Unnerbüx an de Reeg, denn worrn gau de Strümp över de Fööt trocken, un denn en Ünnerkleed. Dat gung denn wieter mit en Kleed, mit Schoh un alldaags ’n Kittel. Is de Fro ut ’n Huus gohn, hett se ok mol enen Rock antrocken, ene Jack oder enen Mantel översmeten, ’n Schaal umhungen oder enen Hoot opsett.
In unse Tied is dat foken nich veel anners as bi de Mannslüüd. Wenn de Froons sik for de Arbeit kloormoken dot, denn geiht dat so: Ünnerhemd, Ünnerbüx, Strümp, Hemd oder Bluus, lange Büxen, ene Jack un ’n Poor Schoh. Alldaags treckt de Lüüd meistensdeels ene Jeansbüx an un enen Pullover. Hanschen un Stevel sind goot for de Wintertied. Bi Sneetieden blievt ok de Stöckelschoh in ’t Schohschapp. (hc) 

Lektion 46: Kledoosch [MP3, 1,90 MB]

Lektion 47: Fast vergessene Begriffe

Es gibt Worte und Begriffe im Plattdeutschen, die findet man in keinem Wörterbuch, oder sie werden selten benutzt. Zum Beispiel droht das Wort Hamm für Wiese verloren zu gehen. Man findet in plattdeutschen Wörterbüchern für Wiese zumeist nur das Wort Wisch. Meine Mutter, geboren im Land Wursten, sagte früher, wenn sie zum Zahnarzt gehen musste: „Dor geiht mi de Groo vorto“. (Da geht mir das Grauen vorweg). Oder sie zitierte, wenn ich von einem Traum erzählte, das Sprichwort: „De Droom is ’n Droch, is al sieleev so ween, un is ’t ok noch“. (Der Traum ist Betrug, ist immer schon so gewesen und ist er auch noch). Das Wort stickelhoorig (widerspenstig) hört man selten. Auch das Wort Roffel für Spaten. In Wörterbüchern habe ich diese beiden Worte nicht entdeckt.
Spricht man mit einem redegewandten Kind, so sagt man: „Dat Göör is snuutig“, In keinem Wörterbuch steht snuutig. Für sauber hört man im Wurster Land heute noch vereinzelt: kittig, heute fast ein Fremdwort. Das Wort Zaun ist in jedem plattdeutschen Wörterbuch als Tuun aufgeführt. Jedoch nicht das zwischen Weser- und Elbmündung gebräuchliche Wort: Fregen. Selten noch hört man das Wort Fenneln (niedriges Wiesenland). Zwischen Wremen und Sievern kreuzt die Verbindungstraße zwischen diesen beiden Ortschaften (die ehemalige „Specken“) im östlichen Bereich der Wremer Feldmark ein Gebiet das man „Swiesfenneln“ nennt. (hc) 

Lektion 47: Fast vergessene Begriffe [MP3, 2,46 MB]

Lektion 48: Wörterbücher, Teil 1

Es gibt eine ganze Reihe von plattdeutschen Wörterbüchern. Ein bemerkenswertes Nachschlagewerk, besonders für Anfänger zu empfehlen, ist der weithin bekannte „Sass“. (Nach dem Sprachwissenschaftler Dr. Johannes Sass.) In der zweiten Auflage steht „Der neue Sass. Plattdeutsches Wörterbuch“ (Plattdeutsch-Hochdeutsch und Hochdeutsch-Plattdeutsch) zur Verfügung (Wachholtz-Verlag). Ausführlich und gute Übersetzungen. Sie berücksichtigen besonders den Wortschatz unserer engeren Heimat.
Denn gifft dat noch dat „Plattdeutsche Wörterbuch“ von Wolfgang Lindow. De hett Wöör von 30 Hörspelen inbrocht. Ok to dat „Hochdeutsch-plattdeutsche Wörterbuch“ (Verlag Schuster, Leer) von Günter und Johanna Harte kann ’n jo seggen.
Un de Böker, de ik nu nömen do, de gellt for enkelte Bundeslänner un sünd to bruken: Beate Henning und Jürgen Meyer: „Kleines Hamburgisches Wörterbuch“ (Wachholtz Verlag).
Renate Hermann-Winter: „Neues Plattdeutsch- hochdeutsches Wörterbuch“, Hinstorff Verlag, Rostock. Un denn noch von Gernot de Vries: „Ostfriesisches Wörterbuch“, Schuster Verlag). Bi beide Böker markt man den Unnerscheed: en ganz annert Platt. (hc) 

Lektion 48: Wörterbücher, Teil 1 [MP3, 1,91 MB]

Lektion 49: Wörterbücher, Teil 2

Das Sprechen dient dazu, dass sich Menschen verständigen können. Daarüm: Solang dien Gegenöver versteiht, wat du seggt hest, kann dat nich verkehrt wesen! Vermengeleern (Mischen) von hoochdüütsche un ingelsche Wöör höört to usen Alldag. Dat markt wi gor nich mehr. Aver fehlt us een plattdüütsch Woort, denn troot (trauen) wi us nich, mehr Platt to snacken. Tüünkraam is dat!!Snack so, as di de Snavel wussen is! Blots wenn een wat schrieven will, schull he Regeln achten. De DUDEN regelt Hochdeutsch. För Platt kennt wi den SASS. De lett regional bedingte Ünnerschede to: für sprechen – spreken, praten, kören, snacken; für Gebiet – Rebeet, Kuntrei, uam. Dat Platt in de Elvmasch (Elbmarsch), Hadeln un Sietland kennt daar een „o“ (Stroot), wo annerwegens dat „a“ steiht (Straat).A ver hier as dor gellt, dat Wiehnachten mit „t“ schreven, aver ohn „t“ spraken warrt. Un aver (aber), baven (oben) un Graven (Graben) schrifft SASS mit „v“, ok wenn sik dat as een „b“ anhöörn deit. Kabbelt (streitet) man noch een beten, aver vergeet dat Verdregen (Vertragen) achterna nich! (fw) 
Lektion 49: Wörterbücher, Teil 2 [MP3, 2,37 MB]

Lektion 50: Adjektive

Neudeutsch sagt man ja Adjektiv, viel passender ist das gute alte Wie-Wort. Zusammen mit dem Artikel zeigt die Endung des Adjektivs an, welche Funktion der Ausdruck um das Substantiv im Satz einnimmt. Ähnlich wie im Hochdeutschen verlangt der bestimmte Artikel andere Formen als der unbestimmte.
Es gibt natürlich Maskulinum, Femininum und Neutrum. Ein Beispiel: Singular, Nominativ: een witte Hund, de witte Hund; im Singular, Akkusativ/Dativ: een witten Hund, den witten Hund; im Plural, Nominativ: witte Hunnen, de witten Hunnen; Plural (Akkusativ/Dativ): witte Hunnen, de witten Hunnen. Dat Ganze geiht natürlich ok mit een schwatte Katt or een groot Huus. (cd) 
Lektion 50: Adjektive [MP3, 1,23 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

 

Wi snackt Platt Lektion 41-45

Plattdeutsch
Wi snackt Platt

 

Lektion 41: Rezepte/Gerichte

Die Leibgerichte sind von Mensch zu Mensch, aber auch von Region zu Region unterschiedlich. Das gilt auch für Back- und Kochrezepte, beispielsweise für Omas Kuchenteig oder Tante Lottes Sauerbraten.
Allgemeen ward seggt: Eeten ward dat, wat op ‘n Disch kummt. Dat den een or annern wat besonners goot smecken deit, wo he na giert, versteiht sik von sölbens. Ik mach geern Swattsuur – anner Lüüd löppt dat kolt över ‘n Rüüch, wenn se dat hört. Overs Speck un Klüten, Gröönkohl, Haxen or Iisbeen mit Suurkruut, Buernfröhstück or Arfen mit Schinken un junge Kantüffeln mach ik ok. Un natürlich Fisch: Gnoot smeckt to jede Johrestied, mi am leevsten, wenn de Dannen gröön sünd, eben jümmers, Schulln un Matjes in ‘n Mai am besten. Ool mach ik ok geern. Mi is dat egol, op se brad, röökert or in Suur leggt sünd. (jm) 
Lektion 41: Rezepte/Gerichte [MP3, 1,74 MB]

Lektion 42: Aussprache

Von Gebiet zu Gebiet hört sich jede Sprache ein wenig anders an – auch unser Hochdeutsch. Höör maal to, wenn Lüüd ut Hamborg, Hessen un Baden hoochdüütsch miteenanner snackt. Daar kannst du nipp un nau ruthören, woneem de tohuus sünd. Worüm schall dat in us Platt anners wesen? Snack free von de Lebber weg, aver schriev keen Privaatplatt (phonetisch). Höörn kannst in Hooch un Platt faken nich, wo dat schreven warrt. Bi „geven“ un „Segen“ höört wi een „g“, aver bi „wenig“ klingt dat bi den een as „k“ (wenik) un bi den annern as „ch“ (wenich). In Platt warrt dat „g“ an’n End von een Woort jümmer as „ch“ spraken, to’n Bispeel bi „de Weg“ (Wech). Bi „Giro“, „Genie“, „Blamage“ is een „sch“ or „dj“ to höörn, aver schrieven doot wi „g“. Jüst so verdwars is dat bi anner Bookstaven, to’n Bispeel „Tag“, kann sik anhöörn as „Taak“ or uk as „Tach“. Un is keen Ünnerscheed bi „Achsel“ un „Axel“ to höörn. Bi Hexe aver schrievt un snackt wi „x“. Dat findt ik „schick“, äh „chic“. Ik bün denn eerst maal weg (spraken: wech). (fw) 
Lektion 42: Aussprache [MP3, 2,61 MB]

Lektion 43: In der Autowerkstatt

Unser Nachbar hat eine Reparaturwerkstatt für Autos. Auffällig ist, dass an allen Arbeitsplätzen die Altgesellen nur Platt sprechen.

„Snackt nich so veel, in unse Warksteed ward nich snackt, dor ward arbeit“, schimpfte einmal der Meister, „man to, man to. De Lüüd von ’n langen Diek mööt den Wogen waller trüch hem. Hannes, du schasst man gau nee Reifen optrecken.“ Ein Kunde jammerte: „Wenn blots de Sprit nich so düür wörr.“
Der Meister ruft den Lehrling: „Kumm mol gau her. Pack den Stroomwieser, de grode Schruuv, de Sliep- un Bohrmaschien, de Knieptang, de Veerkantslötel un den Wogenhoochdreiher in de grode Kist.“ (hc) 
Lektion 43: In der Autowerkstatt [MP3, 1,25 MB]

Lektion 44: Schifffahrt

Wenn ’n Mannsminsch ut Osnabrück no Bremerhaven kummt, von dor ut mit en Schipp ’n Krüüzfohrt no Skandinavien mookt, denn kann he wat beleven.
„As wi Klock tein an Bord unse Fröhstück kregen harrn, gung de Reis los. Achter den Hochweg-Lüchttoorn gung unse Schipp jümmer gauer op un dol. Mi hett dat Schuckeln over nix utmokt“, vertell de Mann ut Osnabrück. Loter wörr dat fein an Bord, denn dor geev dat jümmer wat to kieken. Eendoon op dat nu Stüür- orer Backboord wörr.  Avends müssen de Lüüd an Bord um Klock söven no jeden Landgang waller an Bord wesen. Denn geev dat en dänisch Avendeeten. Ik bün fröh in de Puuch (Bett) gohn, over foken ins gung dat los. Ik harr lange Tied bi „Tante Meier“ (Toilette) nödig. As wi waller in Bremerhaven wörrn, heff ik in ’n Fischereehaven von Bremerhaven Seetungen, Heringen un Knaat eeten. (hc) 

Lektion 44: Schifffahrt [MP3, 1,77 MB]

Lektion 45: Feiern mit der Verwandtschaft

Vondoog is Geboortsdag in Diekhuusen. „Koomt rin“, seggt Helke, as de halve Verwandtschop mit mol vor de Döör steiht. Kaffee un Koken stunnen al op ’n Disch.
Un denn worr düchtig snackt över al dat, wat in de Stuuv wörr. So ok över dat nee Schapp. Helga sä: „Wat mi hier sünnerlich gefallt, dat sünd de Klören (Farben). Een is geel, een anner rot un de annern waller gröön. Op disse Ort kannst ni nich wat verkehrt moken mit anner Möbel oder mit de Dischdeeken.“ Se hebbt nich blots snackt, nee, ok drunken. „Gifft dat noch en Kunjack?“ „Warraftig“, sä Anna, un schenk noch düchtig welke in. Un an ’n End von de Fier worr waller över dat Schapp snackt. Dorto sä Anna: „Nich wiet von Ollnborg weg wohnt en Mester for Kunst. He kummt vonovend noch un will mit uns ’n lüttjen drinken. Noher kann he sik dat Schapp ankieken. Mol sehn, wat he seggt.“ (hc) 

Lektion 45: Feiern mit der Verwandtschaft [MP3, 1,75 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

Wi snackt Platt Lektion 36 – 40

Plattdeutsch
Wi snackt Platt

Lektion 36: Spielsachen

Spielsachen (Speeltüüch) gibt es in Hülle und Fülle. Ob zu Weihnachten oder zum Geburtstag sind die Kinderwünsche groß. Eenfach is dat bi ’n Ball, de heet ok op Platt Ball. Anners: Häufig lassen sich die Begriffe leicht vom Hochdeutschen ableiten – wi Billerbook = Bilderbuch, or Fohrrad = Fahrrad, Footballspeel = Fußballspiel, Handschen = Handschuh, Speeltüch ut Holt = hölten, Keed = Kette, Kledaasch = Kleidung, Marmel = Murmel, Poppenstuuv = Puppenstube, Poppenwagen = Puppenwagen, Boord = Regal, Schüffel = Schaufel, Springtau = Springseil, Pett-Auto = Tretauto. (jm) 
Lektion 36: Spielsachen [MP3, 1,53 MB]

Lektion 37: Regionale Vielfalt des Plattdeutschen

Plattdeutsch ist kein Dialekt wie Bayerisch oder Hessisch, sondern eine eigene Sprache. Sie wurde 1999 in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen aufgenommen. Zur Zeit der Hanse war Plattdeutsch die beherrschende Sprache in Nordeuropa. Wie alle Sprachen verfügt auch das Plattdeutsche über Dialekte, die sich regional unterscheiden durch die Aussprache, die Schreibweise, den Wortschatz und den Satzbau. Bei uns wird Nordniedersächsisch gesprochen. Es erstreckt sich vom Oldenburger Land, das Elbe-Weser-Dreieck, Bremen, Hamburg bis nach Holstein. Innerhalb dieses Gebietes gibt es von Dorf zu Dorf Unterschiede in Aussprache und Wortwahl. Nach Westen schließt sich das Ostfriesische und Emsländische an, nach Süden das Westfälische und das Ostfälische, nach Norden das Schleswigsche und nach Osten das Mecklenburg-Vorpommersche. „Das Mädchen spricht“ heißt dann in Nordniedersächsisch „De Deern snackt“, in Ostfriesisch „Dat Wicht praat“, in Westfälisch „Dat Loit küert“ und in Mecklenburgisch „De Diern spreekt.“ (Gro) 
Lektion 37: Regionale Vielfalt des Plattdeutschen [MP3, 1,78 MB]

Lektion 38: Tätigkeitswörter in der Gegenwart

Die Menschen teilen wir häufig ein in „das schwache“ und das „starke Geschlecht“. Dabei meinen wir Frauen und Männer, sollten uns aber bewusst sein, dass es auch starke Frauen und schwache Männer gibt. Das ist bei den Tätigkeitswörtern (Verben) anders. Im Hochdeutschen wie im Plattdeutschen sind Verben schwach, wenn bei den Personalformen (Konjugation) sich der Wortstamm nicht verändert z.B. „ik maak, du maakst, he maakt, wi maakt, ji maakt, se maakt“. Bei den starken Verben gibt es in der 2. und 3. Person Einzahl eine Änderung des Vokals im Wortstamm, z.B. „ik loop, du löppst, he löppt, wi loopt, ji loopt, se loopt“. Anders als im Hochdeutschen – hier machen es sich die Plattdeutschen wieder mal einfacher – kennen sie für die Mehrzahl nur eine Endung, nämlich –t. Hier weitere Beispiele. Schwaches Verb: „ik sitt, du sittst, he sitt, wi sitt, ji sitt, se sitt.“ Starkes Verb: „ik gah, du geihst, he geiht, wi gaht, ji gaht, se gaht“. Sühst woll:

Platt snacken is gor nich so swoor. Troo di man! Kummst al kloor. (Gro) 
Lektion 38: Tätigkeitswörter in der Ge-genwart [MP3, 1,81 MB]

Lektion 39: Verben und Substantive

Plattdeutsch klingt anders als Hochdeutsch, klar! Aber ein weiterer Unterschied fällt auf: Was die Plattdeutschen mit Verben (Tätigkeitswörtern) ausdrücken, erklären die Hochdeutschen gern mit einer Häufung von Substantiven (Hauptwörter). Solche Substantivierungen sind alle die Wörter mit – ung, -keit, -heit, -nis am Ende. Den Satz „Die Bedeutung einer erneuten Steuererhöhung nach Ablauf eines halben Jahres liegt außerhalb seiner Verstehensmöglichkeiten“ würde ein Plattdeutscher in etwa so ausdrücken: „Dat se de Stüern na een half Johr al wedder ropsetten willt, dat kann he partu nich verstahn“. Bei einer „Vergrößerung“ wird auf Platt „wat gröter maakt“, eine „Tätigkeit“ führt aus, wenn „he weet, wat to doon is“. Bei einem „Bedürfnis“ „geiht een na Tante Meyer“ und „Dummheit“ bedeutet „de is man wat dösig“. Nach einer „Verzeihung“ „sünd se wedder goot miteenanner“ und „Schnelligkeit“ heißt, dass „een gau lopen kann“. Die „Seltenheit“ „kummt af un an mal för“ und eine Person von großer „Vergesslichkeit“ ist „een vergeten Dröömbüdel“. (Gro) 
Lektion 39: Verben und Substantive [MP3, 1,74 MB] 

Lektion 40: Vorsilben

„Das musst du mir mal erklären!“ heißt auf Plattdeutsch: „Dat mußt du mi mal verkloren!“ Bei einer Reihe von Tätigkeitswörter, die im Hochdeutschen die Vorsilbe „er-“ haben, benutzt man in Platt die Vorsilbe „ver-„. „Vertell (erzähle) mal, hest di verköhlt (erkältet)! Denn mußt du di’n beten verhalen (erholen).“ Und ein anderes Beispiel: „Mann wat hebb ik mi verjaagt (erschreckt), as ik hört hebb, dat dien Koh versapen (ersoffen) is.“ Bei den andere Verben mit Vorsilben werden diese wie im Hochdeutschen gebildet: „Anziehen – antrecken, aufmachen – opmaken, durchsagen – dörseggen, übersetzten – översetten, einkaufen – inkopen“ Auch die Vorsilbe „ver-“ kann erhalten bleiben: „Vergessen – vergeten, verdrießen – verdreten, verlieren – verleren.“ Eins sollten wir uns zu Herzen nehmen un nienich vergeten: „Dat is verlöövt (erlaubt), op’t Amt dien Saak op Plattdüütsch to vertellen (erzählen), uk wenn de Amtmann or Amtfro sik verjagen (erschrecken) kunn.“ (Gro) 
Lektion 40: Vorsilben [MP3, 1,69 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

Encuentro del Stammtisch todos los viernes / Stammtischtreffen jeden Freitag - 17:30 - Primacy Apart Hotel , Santa Fe 2464, Mar del Plata

Wi snackt Platt Lektion 31-35

Plattdeutsch
Wi snackt Platt

Lektion 31: Pluralbildung

„Mehr“ ist ein Wort, das immer wieder zu Höchstleistungen antreibt: mehr Geld, mehr Macht. Bei der Mehrzahlbildung gibt es im Hochdeutschen mehrere Möglichkeiten, im Plattdeutschen aber noch mehr. So verändert sich in einigen Fällen bei der Mehrzahl das Wort nicht: „Een Fisch – twee Fisch, een Stück – dree Stück“. Häufig wird ein „-en“ oder „-n“ angehängt: „Een Straat – veele Straten, een Appel – veer Appeln.“ Dabei wird der harte Laut machmal am Ende weich: „De Tiet – de Tieden.“ Eine andere Wortverlängerung wird mit „-er“ gebildet, zusätzlich wird manchmal aus einem langen „o“ ein „ö“: „Een Ei – teihn Eier, dat Book – de Böker.“ Schließlich wird einfach ein „-s“ angehängt: „Een Deern – twee Deerns, een Jung – dree Jungs.“ Die Veränderung des Selbstlautes ist eine weitere Pluralbildung: „Een Boom – veele Bööm, een Schipp – veele Scheep, een Dag – twee Daag.“ Bei Wörtern, die auf „-nd“ enden, wird in der Mehrzahl ein „-nn“ daraus: „Een Kind – twölf Kinner, een Hand – twee Hannen.“ Schließlich gibt es noch die Pluralbildung mit „-lüüd“: „Seelüüd und Muerlüüd sünd meist Mannslüüd, keen Fruunslüüd.“(Gro) 
Lektion 31: Pluralbildung [MP3, 2,12 MB]

Lektion 32: Possessiv-Pronomen

Mein und Dein zu unterscheiden lernen wir von Kindesbeinen an. Denn wer das nicht kann, gerät recht schnell in Konflikt mit seinen Mitmenschen. „Mein Auto, mein Haus, meine Yacht, mein Pool!“: wer so auftrumpfen kann, glaubt dass er es geschafft hat. Natürlich gibt es auch im Plattdeutschen die Possessiv-Pronomen, die zur Klärung der Besitzverhältnisse erforderlich sind. „Ik – mien, du – dien, he – sien, se – ehr, dat – sien, wi – us, ji – jo, se – ehr“. Als ich einmal mit einem befreundeten Bauer durch seine Felder ging, um seine Ernte zu bestaunen, kam promt mit einer ausholenden Geste der Satz: „All mien!“. Bescheidener und sympathischer klingt dann schon: „Wat mien is, schall uk dien ween.“ Damit werden aber wohl viele überfordert sein. Ganz alltäglich heißt es dann: „Mien Vadder geiht mit sien Fro in us Goorn spazeern.“ „An us Strand hebbt vele Lüüd ehr Badtüüch an, un ji sitt in jo Strandkorf“. Wenn jemand auf Plattdeutsch ganz deutlich herausgestellt haben möchte, wem etwas nun gehört, dann sagt er mit Nachdruck: „Dat is mien sien!“ oder „Dat is dien sien!“ Dann ist das ja schon mal geklärt! (Gro) 
Lektion 32: Possessiv-Pronomen [MP3, 1,94 MB]

Lektion 33: Obst und Gemüse

Die meisten Obst- und Gemüsesorten lassen sich aus dem Hochdeutschen gut übersetzen, und sind durchaus verständlich, wenn sie auf Platt“ ausgesprochen werden.

Dor gifft dat ‘n ganzen Barg von, watt wi kennt un ok bi uns op ‘n Disch kummt. Ik will nun mol ‘n poor uptelln. Appelsina, Appel, Beer, Plumm, Brommelbeer, Zitroon, Kiwi, Kassbeer (Kirsche), Eerdbeer, Stickbeer, Jehannsbeer, Banan. To dat Grööntüüch (Gemüse) hört Bohn, Arft, Gröönkohl, Sellerie, Wuttel, Swattwuttel, Rotkohl, Bruunkohl, Wittkohl, Spargel, Kantüffel, Petersill, or Linsen. (jm) 
Lektion 33: Obst und Gemüse [MP3, 1,29 MB]

Lektion 34: Präpositionen 1

Wer mit wem ein Verhältnis hat, ist für manche höchst interessant. Um darüber eine Aussage machen zu können, in welcher Beziehung Personen, Sachen, Orte oder Zeiten zueinander stehen, brauchen wir die Präpositionen, auf Deutsch Verhältniswörter, auch im Plattdeutschen. „Dat Auto steiht op de Straat. De Voss löppt dör dat Holt. De Deern geiht mit den Jungen. Ik speel gegen di Football. He is vör mi an de Reeg.“ Im Hochdeutschen fordern Präpositionen entweder den Genetiv, den Dativ oder den Akkusativ, auf ein Verhältniswort in Platt folgt immer der 4. Fall (Akkusativ). Das kann inhaltliche Mißverständnisse ergeben: „Ik gah in dat Water“ kann heißen: „Ich gehe in das Wasser (Richtung)“, aber auch „Ich gehe im Wasser (Ort). Vermeiden kann man diese Doppelbedeutung durch eine Ergänzung zum Verb: „Ik gah in dat Water rin. Ik loop ünner de Brügg dör“. Im Hochdeutschen wird oft Präposition und Artikel zusammengezogen: in dem – im, an das – ans, zu der – zur. In Platt wird der verkürzte Artikel mit einem Apostroph angehängt: „Ik gah in’t Water. De Voss löppt dör’t Holt. Ik kaam nu to’n Sluss“. (Gro) 
Lektion 34: Präpositionen 1 [MP3, 2,04 MB]

Lektion 35: Präpositionen 2

Ein Verhältnis zwischen zwei Personen kann manchmal schwierig oder spannend oder besonders sein. So gibt es auch bei den Verhältniswörtern im Plattdeutschen einige Besonderheiten. Wenn ich mich irgendwo hin begeben will, sage ich im Hochdeutschen bei Personen „zu“: Ich gehe zu meinem Freund, bei Orten oder Gebäuden „nach“: Ich fahre nach Bremen. Im Plattdeutschen sagt man immer „na“: Ik loop na Huus, ik fohr na Oma, ik gah na den Koopmann. Für die Präposition „zwischen“ gibt es in Platt zwei Wörter: „mank und twüschen“. Wenn es sich um eine größere Anzahl handelt, sagt man: „Ik stah mank de Lüüd.“ Handelt es sich aber nur um zwei Dinge oder Personen, heißt es: „He sitt twüschen de Stöhl.“ Schließlich gibt es noch Redewendungen und feststehende Verbindungen, bei denen die Verhältniswörter eine weitergehende und besondere Bedeutung haben. Er singt gerade: „He is an’t Singen“. Er hat es bald geschafft: „He is dor bald mit dör.“ Plattdeutsche sind stets verlässlich: „Dor kannst op af“. Un wenn een beter platt snacken kann as ik, den segg ik: „He is mi över.“ (Gro) 
Lektion 35: Präpositionen 2 [MP3, 1,67 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

Wi snackt Platt – Lektion 26 – 30

Plattdeutsch
Wi snackt Platt

Lektion 26: Feminine Formen

An die Anrede „Frau Bundeskanzlerin“ haben wir uns ja inzwischen gewöhnt. Bei der weiblichen Form von Bezeichnungen fügen wir im Hochdeutschen in der Regel ein „-in“ an: „Rentnerin, Ärztin, Busfahrerin.“ Im Plattdeutschen gibt es mehrere Möglichkeiten. Häufig wird ein „-sch(e)“ angefügt, wie bei „Verköpersch(e), Schoolmestersch(e), Neihersch(e) oder Doktorsch(e)“. Doch auch die Endung mit „-in“ gibt es in Platt. Manchmal ist beides möglich: „Lehrerin/Lehrersch(e), Schölerin/Schölersch(e)“ manchmal ist nur eine Endung möglich: „Polizistin, Maschinistin, Finanzbeamtin“. Wenn eine männliche Form auf „-mann“ endet, muss bei der weiblichen Form umschrieben werden: „Koopmann – se verköfft dit un dat, Muermann – se arbeit bi de Muerlüüd, Seemann – se fohrt na See“. Einfallsreich, wie die Plattdeutschen so sind, fällt ihnen auch bei ungewöhnlichen Ausdrücken was Neues ein. Denn wenn „de Paster“ neuerdings eine Frau ist, sagen sie einfach „Fro Paster“. Und in den Plattdeutschen Nachrichten heißt es dann: „Fro Bundeskanzlersch(e) hett seggt, dat …“. (Gro)
Lektion 26: Feminine Formen [MP3, 1,81 MB]

Lektion 27: Fragepronomen

Erinnern Sie sich noch an die Liedzeile aus den Anfangszeiten der Sesamstraße „…Wer nicht fragt, bleibt dumm!“ Das Fragen ist einer der wichtigsten sprachlichen Möglichkeiten beim Weg ins Leben. Eingeleitet werden die meisten Fragen durch Fragepronomen: „Wer? Wie? Was? usw.“ Im Plattdeutschen werden bis auf die Ausnahmen „Wat? (Was?), Wannehr? (Wann?) Welk? (Welche?)“ alle Fragewörter in Zusammensetzung mit Wo? gebildet. Dabei heißt „Wo?“ allein entweder „Wo?“ Oder aber auch „Wie?“(Wo hest du dat maakt?) Es gibt Fragewörter, die man nicht trennen kann, wie „Woans? (Wo?), Wonem? (Wohin?), Worüm? (Warum?) Wokeen? (Wer). Bei letzterem lässt man gern das „wo“ weg: „Keen büst du denn? (Wer bis du denn)“. Trennbare Fragewörter sind z.B.: Wohen? „Wo geihst du hen?“, Wovon? „Wo leevst du von?“, Wona? „Wo smeckt dat na?“. Schließlich gibt es Konstruktionen aus mehreren Wörter, die Fragesätze einleiten: „Wat för een Profeschoon hest du?“. Sie antworten doch sicher: „Ik bün een Plattdüütschen.“ (Gro) 
Lektion 27: Fragepronomen [MP3, 1,92 MB]

Lektion 28: Imperativ

„Kummandeer mi nich so rum! Ik weet sülven, wat för mi goot is.“ Auf die Befehlsform (Imperativ) reagieren viele Leute nicht immer freundlich. Aber meist steckt dahinter ja nur die gut gemeinte Aufforderung, etwas Bestimmtes zu tun oder zu lassen. Im Plattdeutschen nimmt man dazu den Wortstamm des Verbs ohne Endung: „Kummanderen – kummandeer! Seggen, segg! Lopen – loop! Snacken – snack!“ Wenn Sie die Aufforderung an mehrer Leute richten wollen, benutzen Sie die Pluralform des Verbs: „Wi danzt – danzt! Wi singt – singt!“ Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, z.B.: „Doon – do! – doot! Könen – kann! – köönt! Mögen – mag! – möögt! Sehn – süh! – seeht! Typisch plattdeutsch heißt „Setze dich!“ auf Platt „Gah sitten!“ oder „Sett di daal!“ Ja, denn man to: Nehm di een Stohl un sett di daal! Röög di nich un snack nich so veel! Luster goot to un paas up, wat ik di segg! Denn do, wat du wullt, de Lüüd snackt doch! Dat best is: Snack Platt, ik do dat ok! (Gro) 
Lektion 28: Imperativ [MP3, 1,98 MB]

Lektion 29: Lehnwörter aus dem Französischen

Viele Menschen regen sich heute auf über das „Denglisch“, die Zunahme von englischen Worten, die unseren Alltag heute bestimmt. Im Plattdeutschen hat sich ein ähnlicher Vorgang schon vor 200 Jahren ereignet, allerdings mit dem Französischen. Diese Worte gehören heute wie selbstverständlich zum plattdeutschen Wortschatz. Farbe heißt „Klöör“ vom französischen „couleur“, gehen wir zurück, heißt es „retuur“ (retour), und sind wir „praat“ (parade), dann sind wir fertig. Wir haben es gern „kommodig“ (commode) und so leicht bringt uns nichts aus der „Fassong“ (facon). Wer hätte gedacht, dass in den folgenden drei Sätzen zehn französiche Lehnwörter stecken: „He seet in den Bredullje (bredouille), as em de Buddel (bouteille) direktemang (directment) von de veerte Etaasch (etage) daal full. Dat weer een Mallöör (malheur) un partu (partout) keen Pläseer (plaisir). He sä „Pardong“ (pardon) in den Momang (moment) un weer nu op ’n Kiewief („Qui vive“ – Losungswort). Die französische Endsilbe „-age“ hören wir in Wörtern wie Kledaasch und Packelaasch. Un ik segg nu tschüüß (adieu). (Gro) 
Lektion 29: Lehnwörter aus dem Französischen [MP3, 1,73 MB]

Lektion 30: Personal-Pronomen

Pronomen, wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt sind Fürwörter. „För alle Naams, un Lüüd, un Saken nehmt Se een lüttet Woord.“ Hier einige Bespiele: „Kathrin süht Hinnerk. Se süht em.“ „De Schoolmester fragt de Kinner. He fraagt jem.“ „De Spegel is twei. He is twei.“ Jeder von uns kann die Personal-Pronomen auf Hochdeutsch runterrappeln: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Das geht auch auf Platt: ik, du, he, se, dat, wi, ji, se. Wenn das Fürwort für ein Hauptwort im Dativ oder Akkusativ steht, gibt es auf Platt nur jeweils ein Wort: mi, di, em, ehr, dat, us, jo, jem. Ein Reflexiv-Pronomen bezieht sich als Objekt des Satzes immer auf das Subjekt. „Ich schäme mich. Ik schaam mi. Du schaamst di. He schaamt sik. Wi schaamt us. Ji schaamt jo. Se schaamt sik.“ Nach einem leckeren Aal-Essen prostet man sich mit einem Löffel Kööm gern so zu: „Ik se di. Dat freut mi. ik suup di to. Dat do. Ik hebb di tosapen. Hest den rechten drapen.“ Un denn ward de Leepels ümdreiht, un daar dröfft keen Druppens mehr daalfallen. (Gro) 
Lektion 30: Personal-Pronomen [MP3, 2,16 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

 

Wi snackt Platt – Lektion 23 – 25

Plattduetsch
wi snakt Platt

Lektion 23: Johrstieden un Maandennaams

Fröhjohr, Sommer, Harvst un Winter maakt dat Johr ut.

Dat Fröhjohr warrt regional uk Lent, (hdtsch. Lenz) nöömt.

Die niederdeutschen Monatsnamen sind heute leider weitgehend in Vergessenheit geraten. So hießen

Januar – Sneemaand (Österreich: Jänner),

Februar – Hornung (heute noch gebräuchlich in der Schweiz und am Bodensee),

März – Lentmaand (Frühlingsanfang),

April – Oostermaand (Ostern),

Mai – Maimaand,

Juni – Braakmaand (Brachmonat),

Juli – Haumaand (Heumonat),

August – Aarnmaand (Erntemonat),

September – Harvstmaand (Herbstanfang),

Oktober – Wienmaand (Zeit der Weinlese),

November – Nevelmaand (viel Nebel), 

Dezember – Christmaand(Geburt Christi). (fw) 

23. Johrstieden un Maandennaams [MP3, 2,23 MB] 

Lektion 24: Die Fälle, Artikel

De, den, den, de – de, de, de, de – dat, dat, dat, de – man könnte glauben, hier geht es um die ersten Sprachübungen eines Kleinkindes, aber nein. Heute widmen wir uns den Fällen, den Artikeln im Plattdeutschen. Dabei geht es übersichtlicher zu als im Hochdeutschen, wenn auch nicht so einprägsam wie im Englischen mit „the“. So werden die Formen im Dativ und im Akkusativ im Plattdeutschen nicht unterschieden.

Die ersten Fälle (Nominativ Singular, Dativ Singular, Akkusativ Singular) beziehen sich auf die männlichen Formen, die zweiten auf die weiblichen und die dritten auf die sächlichen Artikel. Im Plural heißt es immer de.

Dat Rad hett ne Klingel.

Der Genetiv wird nicht wie im Hochdeutschen gebildet (Artikel plus Substantiv; des Mannes, der Frau, des Kindes), sondern es sind Umschreibungen notwendig:

He is de Broder von Silke. (Er ist Silkes Bruder)

Den Mann sien Hoot. (Der Hut des Mannes)

De Frau ehr Hund. (Der Hund der Frau)

Für sogenannte nicht-menschliche Objekte gilt: vun + Artikel + Substantiv im Dativ:

Dat Been vun den Hund (das Bein des Hundes). (cd) 
Lektion 24: Die Fälle, Artikel [MP3, 1,71 MB]

Lektion 25: Der Konjunktiv

„Harr ik, so wull ik!“ diesen Satz habe ich in meinen Kindertagen häufig gehört. Eigentlich ein Nonsenssatz („Hätte ich, so wollte ich“, wörtlich übersetzt), der mir die Absurdität oder Unerfüllbarkeit meiner Wunschvorstellungen vor Augen führen sollte. Der Konjunktiv, die Möglichkeitsform, wird im Hochdeutschen (Der Politiker sagte, dass er für die Zukunft schwarz sehe) aber noch mehr im Plattdeutschen vermieden, weil sie vor allem in der gesprochenen Sprache als gestelzt und fremd empfunden wird. Man kehrt zum Indikativ zurück: „Das Kind sagte, dass es noch nicht lesen kann (Konjuktiv: könne)“. So finden wir den Konjuktiv auch im Plattdeutschen vor allem bei der Indirekten Rede: „De Vadder telefoneer, he kööm later na Huus“. Sätze, die mit der Konjuktion „wenn“ beginnen, erfordern ebenfalls die Möglichkeitsform. „Wenn all Lüüd ehr Stüern betahlen deen, wöör dor noog Geld vör de tweien Straten över“. Wie im Hochdeutschen bildet man im Plattdeutschen den Konjuktiv gern mit „würde“: „Ik wöer mi freuen, wenn’t jo all goot güng.“ (Gro) 
Lektion 25: Der Konjunktiv [MP3, 1,78 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung