Dreimal über Berlin 3

Wenn auch in naheliegenden Zeiten einige Berliner, Hamburger und von sonstwo stammenden liebenswürdigen  Deutschen in Mar del Plata aufgetaucht sind, und über ihre Städte und Landschaften vieles interessantes erzählt haben, kann ich mir kaum das dort tagtägliche Leben aus dieser Entfernung vorstellen. Eine Meinung: Dazu hätte man schon drei bis vier Jahre „drüben“ wohnen müssen. Und doch wäre ich mir selber wahrscheinlich  immer als Ausländer vorgekommen.

Wohl waren meine Eltern Deutsche. Sie sind in Dörfern aufgewachsen und haben nur flüchtig Grossstädte kennengelernt.


Als sie nach Argentinien auswanderten („aus-“ bedeutet hier:  die Heimat für immer verließen), blieben sie in der Nostalgie verankert und nur brieflich und sporadisch mit den Verwandten in Verbindung. Der Rundfunk und die Kurzwelle ersetzten die schlimmen Nachrichten über den Krieg, die auf normalem Postweg keiner mehr erwähnen wollte. Dann war es ein Paar Wochen still, und darauf folgten die ersten Photos in argentinischen Zeitschriften. Leichen, Trümmer und Hunger. Mir war es Leid um das leiden meiner Eltern. Postpakete mit Nahrungsmittel und warmer Kleidung schickten wir jeden Monat; aber dies lief über Vermittlerfirmen, die nur in Buenos Aires zu erreichen waren.

Viel später kam mir all dieses Katastrophale richtig zu Bewustsein. Der Mangel an eigener Vorstellungskraft wurde durch Filme ausgeglichen. Einige davon galten mit den Jahren als hervorragende Schwarz-und-Weiss  Kunstfilme.  Andere kamen noch hinzu aus der Zeit, in der sich die Berliner heroisch als „Insulaner“( Berlin war eine 4 geteilte Stadt und von der russich besetzten Zone umgeben, also eine Insel—Anmerkung von axel ) hochsangen. Aus beiden Epochen habe ich vor kurzem ein Triptychon aufgestellt, wodurch die Liebe zum Kino und das Andenken an die Leiden meiner Eltern  über ihre Heimat zum Ausdruck kommen sollten.

Die Kino-Beispiele und einige Kommentare dazu habe ich vor wenigen Tagen in meiner Blogseite kalais veröffentlicht http://reyaller.wordpress.com/ – Damit der Beitrag nicht allzu lang ausfiele, schnitt ich ihn in drei Teile. So stehen nun im vorerwähnten Site das Video und die Umschreibung von Germania anno zero – http://www.youtube.com/watch?v=WBnICml1eec , während die anderen beiden Teile:  A Foreign Affair – http://www.youtube.com/watch?v=QY1BV80lt1o – und Der Himmel über Berlin – http://www.youtube.com/watch?v=uZ5MCUkgas8 – auf einem Aushilfsblog gelandet sind. So können sie gesondert und ohne Eile angeschaut werden.

Alles dies ist wegen seines „elektronischen Umfangs“ kaum für diesen Stammtischblog geeignet. Hiermit wollte ich es höchstens bekanntgeben, falls es Leser dieses Blattes für sehenswert halten. Meinen Dank an Axel und Doris für die Veröffentlichung.-

Mar del Plata, 23. Juli (in strenger Kälte) 2013.-  Carlos Haller

Fuer unsere besser spanisch verstehenden Leser:
Berlin un triptico desde las lentes del cine

Encuentro del Stammtisch todos los viernes / Stammtischtreffen jeden Freitag - 17:30 - Primacy Apart Hotel , Santa Fe 2464, Mar del Plata

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