Wi snackt Platt – Lektion 18-22

Plattduetsch

wi snakt Platt

Lektion 18: Das Futur

Wer möchte nicht gern in die Zukunft schauen können, um zu wissen, was morgen passiert. Zumindest die Absicht können wir mit dem Futur ausdrücken: „Ich werde dich besuchen.“ Auf Platt: „Ik warr di besöken.“ Gebildet wird das Futur durch Personalformen von „werden (warrn)“ und dem Infinitiv des Verbs „besuchen (besöken)“. Doch die Plattdeutschen mögen diese etwas sperrige Ausdrucksweise nicht so gern. Sie sind gegenwartsbezogener und drücken Zukünftiges lieber im Präsens aus. Dabei drücken sie die Information „Zukunft“ in zukunftsbezogenen Adverbien oder Wortgruppen aus. “ Ik besöök di morgen“, „Ik fohr tokamen Week na Berlin“, „He arbeit över-morgen nich“ oder „Ik meld mi disse Daag (in den nächsten Tagen) noch bi di“. Eine weitere Art, Zukünftiges auszudrücken, wird mit den Hilfszeitwörter „willen“ oder „schölen“ ausgedrückt. Ich werde ein Buch lesen: „Ik will een Book lesen“ oder: Du wirst dich wundern. „Du schallst di wunnern“. Was Ihnen die Zukunft bringt, weiß ich nicht, aber ich hoffe: Alles wird gut! „Allens schall woll goot warrn.“(Gro) 
Lektion 18: Das Futur [MP3, 1,83 MB]

Lektion 19: Das Partizip Präsenz (Mittelwort)

Kennen Sie auch diesen schönen Kanon: „Lachend, lachend, lachend, lachend kommt der Sommer über das Feld, usw“. Die Form des Verbs „lachend“ ist Partizip Präsenz. Man sagt auch Mittelwort, weil es mitten zwischen dem Verb (Tätigkeitswort) und dem Adjektiv (Eigenschaftswort) steht. Es wir häufig benutzt wie ein Adjektiv (das lachende Gesicht), wird aber aus dem Verb gebildet (was tut das Gesicht?). Mittelwörter kommen im Plattdeutschen selten vor. Sie werden gebildet, indem an den Wortstamm ein –en angehängt wird. So entsprechen sie dem Infinitv z.B. „dat lachen Gesicht, de singen Kinner“. Bei festen Wendungen treffen wir das Partizip Präsenz öfter an. So bezeichnet man Ebbe und Flut auf Plattdeutsch „aflopen und oplopen Water“. „Dat is wassen Wedder, or ok Weer“ bezeichnet ein Wetter, bei dem die Pflanzen gut wachsen. Vielleicht kann man jetzt ja von Ihnen sagen: „De dat Blatt lesen Hochdüütsche kriggt Spaaß an de Lüüd tohoop bringen plattdütsche Spraak.“ (Gro) 
Lektion 19: Das Partizip Präsenz (Mittelwort) [MP3, 1,76 MB]

Lektion 20: Das Passiv

Die Plattdeutsch sprechenden Menschen müssen wohl eher zupackende, aktive Leute sein. Zumindest beim Sprechen und Schreiben drückt sich das darin aus, dass sie das Passiv (Leideform) möglichst vermeiden und sich im Aktiv ausdrücken. „Der Hund wird geschlagen“ würde der Plattdeutsche lieber so ausdrücken: “ Dor sleit een den Hund“. Um das aktive Handeln auszudrücken, holen sie sich eine allgemeine, unbestimmte Person dazu, die das getan hat, wie „een“ (man) oder „de Lüüd“ (die Leute). Wenn es gar nicht anders geht, dann nimmt auch der Plattdeutsche das Passiv, was dann wie im Hochdeutschen gebildet wird. Man braucht dazu das Partizip (Mittelwort) Perfekt verbunden mit dem Hilfszeitwort werden (warrn). Aus „Die Tür wird von mir gestrichen“ wird dann „De Döör warrt von mi streken“. In der Vergangenheit wird meist auch hier das Perfekt benutzt: „De Döör is von mi streken worrn“. So sind diese Zeilen von einem Freund des Plattdeutschen geschrieben worden: „Disse Rehgen sünd vun een schreven worrn, de man to geern Plattdüütsch snackt“. (Gro) 
Lektion 20: Das Passiv [MP3, 1,67 MB]

Lektion 21: Das Perfekt (Vergangenheit)

Nach dem guten Abschluss eines perfekten Geschäftes in der Vergangenheit kann man auf Plattdeutsch hören: „Dor hest du avers goot wat för kregen!“ Oft wird also Vergangenes im Perfekt ausgedrückt. Gebildet wird das Perfekt aus einer Form von „wesen“ (sein) oder „hebben“ (haben) und der Partizip-Perfekt-Form des Tätigkeitswortes. „Ik bün weglopen“, „he hett lacht“. Wie im Hochdeutschen verändert sich nur das Hilfsverb (wesen, hebben) in den Personalformen, das Partizip bleibt unverändert: „He is weglopen, se sünd weglopen“. Anders als im Hochdeutschen wird das Partizip Perfekt gebildet. Am Wortanfang steht nicht ein ge- (gelaufen, gemacht), sondern es wird nur wie im Hochdeutschen bei schwachen Verben an den Wortstamm ein –t (maakt, lacht) und bei starken Verben ein –en (lopen, sungen) angehängt. Verben der Bewegung verlangen als Hilfsverb eine Form von „wesen“ (ik bün flagen, wi sünd utwannert), die anderen eine Form von „hebben“ (ji hebbt logen, du hest seggt). Süh, nu hest wedder wat dorto lehrt! (Gro) 
Lektion 21: Das Perfekt (Vergangen-heit) [MP3, 1,84 MB]

Lektion 22: Das Präteritum (Vergangenheit)

„Fröher weer allens beter!“ Sind deswegen die meisten Geschichten oder Romane in der Vergangenheitsform geschrieben? Allerdings wird das Präteritum – früher Imperfekt – als erste Vergangenheit nur noch selten benutzt. Viel häufiger drücken wir Handlungen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, im Perfekt aus: „Ik heff een Leed sungen“, „Ik bün na Huus kamen.“ Bei schwachen Verben ist das Präteritum im Plattdeutschen oft nicht leicht zu erkennen, weil es der Gegenwartsform (Präsenz) sehr nahekommt oder gar gleich ist. „Ik arbeit in de Stadt“ kann also je nach Sinnzusammenhang heißen: „Ich arbeite in der Stadt“ oder „Ich arbeitete …“ Bei starken Verben erkennt man das Präteritum an der Veränderung des Stammvokals, z.B. „finnen – ik funn, flegen – ik floog, kieken – ik keek, rüken – ik röök“. Am meistens verwendet man das Präteritum noch bei den Hilfsverben „wesen (sein), hebben (haben), warrn (werden) doon (tun)“ oder bei den Modalverben „mögen, dörven, könen, möten, willen. schölen“. „Fröher weer allens beter? Ne: Hüüt is hüüt, un dat is goot so“! (Gro) 
Lektion 22: Das Präteritum (Vergangenheit) [MP3, 1,95 MB]

Quelle:  Nordsee-Zeitung

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Wi snackt Platt – Lektion 14 – 17

Plattdeutsch
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Lektion 14: Brüche un Gewichte

1/2 = een half,
1/3 = een drüddel,
1/4 = een veerdel,
1/8 = een achtel,
1/20 = een twintigstel,
1/100 = een hunnertstel,
1/1000 = een dusendstel
500 g = fiefhunnert g or een Pund
1000g = dusend g or een Kilo
1500g = annerhalf Kilo or dree Pund
250g = een half Pund
125g = een veerdel Pund (fw)
Lektion 14: Brüche un Gewichte [MP3, 1,47 MB] 

Lektion 15: Johrns-Tahlen allgemeen 

Von 6. Johrhunnert (Jh.) an sünd de Sachsen de Kelten in England mächtig op’t Fell rückt; in 1291 is de Schweiz gründt worrn; siet 12. Jh. gifft dat achter den Vörnaam in Düütschland Familiennaams; een Drüddel von de Minschen in Europa sünd in’t 14. Jh. an de Pest storven.
Johrns-Tahlen to’n 9. November:
p 1918 – negenteihnhunnert-achtteihn
p 1923 – negenteihnhunnert-dree-un-twintig
p 1938 – negenteihnhunnert-acht-un-dörtig
p 1967 – negenteihnhunnert-söven-un-sösstig
p 1989 – negenteihnhunnert-negen-un-achtig (fw)
Lektion 15: Johrns-Tahlen allgemeen [MP3, 1,21 MB]

Lektion 16: Flächenmasse

mm, cm, dm, m, km sünd ok in Platt nix anners. Daarto kennt wi Ar (1a = 100 m²), Hektar (1ha = 10.000 m²) un Morgen (1mg = 2500 m²). (fw)
Lektion 16: Flächenmaße [MP3, 714,33 kB]

Lektion 17: Bildhafte Verben

Das Plattdeutsche ist bei vielen Menschen hier in Norddeutschland so beliebt wegen seiner handlungsorientierten, verbalen Sprache. Viele Dinge kann man so einfach und direkt aussagen. Aufallend sind auch die vielen lautmalenden und bildhaften Wörter. So gibt es eine Reihe von Verben, die ein Bild in sich tragen. Wenn Sie jemanden „smustergrienen“ (schmunzeln) sehen, haben Sie ein solches Gesicht gleich vor Augen. Und auch „lickmulen“ macht mehr Spaß, als das hochdeutsche „schlecken“. Wer etwas nicht weiß, wird „tuckschullern“ (mit den Schultern zucken), und beim nächsten Mal genau „luukohren“  (lauschen), und wenn er dann verstanden hat „nickkoppen“ (mit dem Kopf nicken). Darüber, dass einige vor anderen „duuknacken“  (dienern) oder immer etwas „begriesmulen“ (etwas schlecht machen), kann man nur „schüttkoppen“ (den Kopf schütteln). Vielleicht aber sollte man, wie es auch der Plattdeutschen Art ist, nicht alles gar so ernst nehmen und öfter mal listig „knippögen“ (mit den Augen zwinkern).  (Gro)
Lektion 17: Bildhafte Verben [MP3, 1,64 MB] 

Quelle:  Nordsee-Zeitung

Wi snackt Platt – Lektion 10 – 13

Plattdeutsch

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Lektion 10: Aussprache des „a“

Wenn du mit een Plattsnacker kabbeln (streiten) wullt, snack von de Schrievwies. Dat Verdregen achterna – bi Kööm un Beer – is doch to un to schöön. Dat geiht sünners goot bi „Selbstlauten“, ok in Hoochdüütsch.
Bi Wal, Saal, Wahl, Beet, Befehl, Rede, Seele, äu, eu, oi, Stil un Stiel, Boote un Bote,     Sohle un Mole, Stuhl un Mut is keen Ünnerscheed to hören.
Aver wi all weet, wo de Wöör to schrieven sünd, wiel wi dat lehrt hebbt.
Blots in Platt schrifft doch so männicheen, as he meent (phonetisch). Dat troot de sik in Hoochdüütsch nich. Süht ja ok dummerhaftig ut. Blots bi Platt markt dat nich jeder foorts (sofort).
Dat „a“ in Plattdüütsch höört sik faken (häufig) an as dat in Hoochdüütsch klingt bi Nord, Mord, Morgen, Sorgen, fort. Dat is keen „o“ un keen „a“, sünnern een „open a“. Un dat gellt (gilt) in Platt för düsse Wöör: Straat, Kahn, Saal, Spraak, laat, Malen un annere mehr.
Jümmer, wenn in een Woort een langes „a“, „aa“ or „ah“ steiht, warrt dat as een „open a“ spraken.
Kabbelt man noch’n beten. Ik düker (tauche) eerst maal ünner. 
Plattdeutsch Lektion 10: Aussprache des „a“ [MP3, 3,11 MB]

 

Lektion 11: Snacks

So wie im Hochdeutschen gibt es natürlich auch im Plattdeutschen Sprüche. Hier ein paar besonders schöne:
„Do wat Du wullt, de Lüüd snackt doch.“
Dieser Satz bedeutet: Egal, was Du tust, die Menschen reden über Dich. Denn niemand ist vor dem Geschwätz der anderen sicher.
„Wat de Buer nich kennt, dat fritt he nich.“
Die Menschen gehen gerne ihren Gewohnheiten nach. Deshalb stehen sie Neuerungen skeptisch gegenüber. Was der Bauer nicht kennt, dass frisst (isst) er nicht.
„Wat den een sien Uhl, is den annern sien Nachtigall.“
Was des einen Eule, ist des anderen Nachtigall. Hier die eher unheimliche Eule, da der fröhliche Sänger der Dämmerung. Gemeint sind Gegensätze, der eine mag klassische Musik, der andere nicht.
„’N beten scheev hett Gott leev.“
Ein bisschen schief hat Gott lieb. Bezeichnung für verwachsenen Menschen oder nicht akkurate Handwerksarbeit. 
Plattdeutsch Lektion 11: Snacks [MP3, 1,45 MB]

Lektion 12: Modalverben können, sollen und dürfen

Du schallst nu Plattdüütsch lernen, nee nur wenn Du dat ok wullt. Man mutt dat nich, over man kann bi uns wat lernen, mitmoken dröff jeder. Allens klar?
Modalverben können als Vollverben in einem Satz benutzt werden, meistens stehen sie aber zusammen mit einem Vollverb, dessen Bedeutung sie im Satz leicht verändern. So benutzt man sie richtig:
– können/könen: ik kann, du kannst, he/se/dat kann, wi köönt, ji köönt, se köönt
– sollen/schölen: ik schall, du schallst (das ll wird nicht gesprochen), he/se/dat schall, wi/ji/se schüllt (das ll wird im Plural nicht gesprochen)
– dürfen/dörven: ik dröff, du dröffst, he/se/dat dröff, wi/ji/se dröfft
– wollen/willen: ik will, du wullt, he/se/dat will, wi/ji/se wüllt
– müssen/möten: ik mutt, du muttst, he/se/dat mutt, wi/ji/se mööt
– möchten/mögen: ik mag, du magst, he/se/dat mag, wi/ji/se möögt. (cd) 
Plattdeutsch Lektion 12: Modalverben [MP3, 1,93 MB]

 Lektion 13: Hilfsverben warrn, hebben

– warrn/werden: ik warr, du warrst, he/se/dat warrt, wi/ji/se warrt.
– hebben/haben: ik heff, du hest, he/se/dat hett, wi/ji/se hebbt.
Die Bedeutung von warrn ergibt sich häufig erst aus dem Zusammenhang.
Wat schall dorvun warrn? Was soll dabei herauskommen.
He kann nix bi ehr warrn. Er kann nicht bei ihr landen. (cd) 
Lektion 13: Hilfsverben warrn, hebben [MP3, 839,23 kB]

Quelle: 

Wi snackt Platt – Lektion 7 – 9

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Lektion 7: Das Hilfswerb „haben“

Präsens: Ich habe – ik heff; du hast – du hest; er/sie/es hat – he/se/dat hett; wir haben – wi hebbt; ihr habt – ji hebbt; sie haben – se hebbt.
Ik heff een Fro. Du hest een Fründin. He hett twee Hüüs (Häuser). Wi hebbt dree Kinner.
p Vergangenheit: „gehabt“ – hatt; ik heff hatt, du hest hatt, he/se/dat hett hatt, wi/ji/se hebbt hatt.
Ik heff een Fründin hatt. Du hest twee Froon hatt. Se hett een Huus hatt. Ji hebbt fief Kinner hatt.
So, de Lex mit haben „hebbt wi hatt“.

Plattdeutsch Lektion 7: Das Hilfswerb „haben“ [MP3, 1,56 MB]

Lektion 8: Das Hilfsverb „tun“

Ich tue – ik do, du tust – du deist, er/sie/es tut – he/se/dat deit, wir tun – wi doot, ihr tut – ji doot, sie tun – se doot.
Aber „doon“ bedeutet nicht nur aktives Tun, sondern steht auch als Ergänzung oder Betonung anderer Tätigkeiten:
„Ich freue mich, wenn der alte Motor läuft.“ – Ik freu mi, wenn de ole Motoor dat noch deit.
„Das ist nicht zu ändern.“ – Daar is nix an to doon.
Is doch eenfach, or!?
„Stellt Euch man nicht so an.“ – Doot man nich so

 Plattdeutsch Lektion 8: Das Hilfsverb „tun“ [MP3, 1,32 MB]
 

Lektion 9: Das Hilfsverb „sein“

Heute: Erklären (Verklaren) des Hilfsverbs „sein“: ik bün, du büst, he/se/dat is, wi/ji/se sünd; Ik bün hier to Besöök (zu Besuch). Du büst hier tohuus (zu Hause). He is Muurmann (Maurer). Wi sünd ut Beers (Bad Bederkesa).
Ein weiteres Hilfsverb ist „werden“: ik warr, du warrst, he/se/dat warrt, wi/ji/se warrt.
„Ik warr kamen.“ – Ich werde kommen. „Du warrst töven.“ – Du wirst warten. „Ji warrt wunnerwarken.“ – Ihr werdet staunen.
Woort för Woort översetten von een Spraak in een annere, egaal in welke, höört sik faken (oft) holperig an. Dat liggt daar an, dat du hoochdüütsch denkst, wat du op platt seggst. Hauptsaak is aver doch, dat dien Gegenöver versteiht, wat du em seggst or fraagst!
Also gellt: Snack so as di de Snavel wussen is. Beispiele, (nicht wörtlich übersetzt):
„Sie kann bei ihm nichts ausrichten.“ – Se kann bi em nix warrn. „Das ist zwecklos.“ – Daar warrt nix von. „Er kann es noch zu etwas bringen.“ – Ut em kann noch wat warrn.

 Plattdeutsch Lektion 9: Das Hilfsverb „sein“ [MP3, 2,28 MB]
 

Quelle: 

 

 

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Wi snackt Platt – Lektion 4 – 6

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Lektion 4: De Dag

De Dag fangt an mit den Morgen or Vörmiddag. Am frühen Morgen kann heten vörmiddaags or fröh an’n Morgen or vör Dau un Dag . Denn kummt Middag. Mittagspause machen heet: Middag maken. Jetzt machen wir eine Pause heet in Platt mehrsttiets nu maakt wi Foffteihn. Un so geiht dat wieder mit den Namiddag (namiddaags), den Avend (avends) un de Nacht (nachts).
Söven Daag hett de Week (Woche). Jümmer wenn wat an een un den sülven Wekendag passeert (montags, dienstags usw) is dat in Klammern achteran sett. Dat geiht los mit Maandag (maandaags), Deensdag (deensdaags), Middeweek (middewekens), Donnersdag (donnersdags), Freedag (freedaags), Sünnavend (sünnavends) un Sünndag (sünndaags). Wochenende heet Wekenend und Feiertag is Fierdag (Mehrzahl: Fierdaag).

Plattdeutsch Lektion 4: De Dag [MP3, 1,97 MB]

Lektion 5: Vorstellen

Wenn jemand sich mit seinem Namen vorstellt, wird in der Regel das Verb „wesen“ (sein) benutzt: Ick bün Christian. Un wokeen büst Du?Möglich ist auch das Voranstellen von „mein Name ist“. Mien Naam is Christian.

Plattdeutsch Lektion 5: Vorstellen [MP3, 428,41 kB]

Lektion 6: Begrüßung

Die klassische Begrüßung ist „Moin“, wobei man Moin zu jeder Tageszeit sagen kann. Es gibt Gegenden, in denen auch Moin, Moin gesagt wird. Bei uns ist die Dopplung zu vermeiden. Eine Theorie besagt, Moin stamme vom plattdeutsch-friesischen „moje“. Das bedeutet gut oder auch schön.

Am Morgen sagt man auch „Goden Morgen“ oder nur „Morgen“. Am Tag hört man „Goden Dag“ oder „Dag ok“. Gegen Mittag tut es auch ein „Mahltied“. Am Abend begrüßen sich die Menschen mit „Goden Avend“ oder nur kurz „’n Avend“. Zum Schluss heißt es dann „Gode Nacht“.

Plattdeutsch Lektion 6: Begrüßung [MP3, 956,94 kB]

Quelle: 

 

Wi snackt Platt – Lektion 1 – 3

Plattdeutsch

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Lektion 1: Tahlen (Zahlen)

Een, twee, dree, veer, fief, söss, söven, acht, negen, teihn. Daarto: de eerste, de twete, de drüdde, de veerte, de föffte, de sösste usw. jümmer mit „te“ an’n End. Un jüst so geiht dat wieder mit: elven – de elvente, twölf – de twölfte, un denn dörteihn – de dörteihnste, veerteihn – de veerteihnste usw. Jümmer mit „ste“ an’n End. Na twintig kummt: dörtig, veertig, föfftig, sösstig, söventig, achtig, negentig, hunnert. Un eenuntwintig, tweeuntwintig usw. bit hen na negenunnegentig. Gifft uk Plattdüütsche, de seggt statts achtig – tachentig. De 88 höört sik op de Oort kandidel (lustig) an: tachentachentig. (fw)

Plattdeutsch Lektion 1: Tahlen (Zahlen) [MP3, 1,71 MB]

Lektion 2: Die Uhrzeit (1)

Wat de Klockentiet (Uhrzeit) betrifft: De plattdüütsche Klock (Uhr) hett uk 24 Stünnen, man blots twölf Tahlen. So heet dat „Klock veer“, „Klock söven“ or „Klock teihn“. Blots wenn nich klaar is, of vörmiddags or namiddags, middags or bi de Nacht meent is, heet dat „Klock veer namiddags“, or „Klock een bi de Nacht“ or „Klock negen an’n Vörmiddag“ usw.
Heet dat in Hoochdüütsch „acht Uhr“ is dat in Platt „Klock acht“. Uk bi halve Stünnen sett vele Plattsnacker „Klock“ vörweg. Aus „halb drei“ in Hoochdüütsch warrt in Platt „Klock halvig dree“. Man „Klock“ seggt se blots bi vulle un halve Stünnen.
Ist es zum Beispiel 16 Uhr und 10 Minuten heet dat in Platt „teihn Minuten na veer“ und 6 Uhr und 40 Minuten heet „twintig vör söven“. Viertel vor sieben heet op Platt „veerdel vör söven“ un viertel nach acht is op Platt veerdel na acht.
Jemanden nach der Uhrzeit fragen, kann man so: „Wat is de Klock?“ or ok: „Wo laat is dat?“ (fw)

Plattdeutsch Lektion 2: Die Uhrzeit (1) [MP3, 1,99 MB]

Lektion 3: Die Uhrzeit (2)

Wie spät ist es? oder „Wo laat is dat?“ – die Uhrzeit.
„Ik heff een Klock köfft.“ – eine Uhr gekauft.
Un „een Klock“ kann ok eine Glocke bedüden (bedeuten). Daarto een ganz gediegen Snack ut de Tiet, as de Hollänner in Buxtu weern un den woll jedereen al maal höört hett: „In Buxtehude, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen“, op Platt: „In Buxtu, wo de Hunnen mit den Steert bellt.“ Meent sünd aver de Karkenklocken. Man hier sünd Wöör ut de Nedderlannen mit hooch- un plattdüütsche Wöör vermengeleert worrn un hett egens nix mit een Hund to doon. De Lüüd in Buxtu hebbt dunntomalen noch mit een Hamer op de Klocken slagen. De Hollän-ner aver bunnen een lang Reep (Seil) an den Klöppel (Bammel) un kunnen op de Oort lüden. Weer dat Seil an End wat utfranzt, harr de Ähnlichkeit mit een Hunnensteert. Un „bel-len“ meent klingeln, schellen, läuten.
Hier noch een Snack: Wenn een wat opsnappt hett un sik mäch-tig wichtig daarmit deit, aver von de Saak gor keen Ahnung hett, heet dat: „He hett de Klocken lüden höörn un weet nich, wo se hangt.“ (fw)
Plattdeutsch Lektion 3: Die Uhrzeit (2) [MP3, 2,07 MB]

Quelle:

Wi snackt Platt, Du ok?

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snackt Platt

Kreis Cuxhaven. Die Erst- und Zweitklässler spielen, tanzen, singen, lesen, sagen Gedichte auf und sind auch in der sechsten Unterrichtsstunde noch gut drauf. Die Nordholzer Grundschüler lernen Plattdeutsch. Ehrenlandrat Martin Döscher aus Köhlen ist Zuhörer und von der Idee, aber auch vom Unterricht selbst begeistert. „Dat gefallt mi“, sagt er. Damit die herrliche Sprache wieder mehr Menschen Freude macht, startet die NORDSEE-ZEITUNG einen Plattdeutsch-Kursus. Von Jürgen Malekaitis

Spielerisch lernen die Nordholzer Grundschüler Plattdeutsch sprechen. Ehrenlandrat Martin Döscher (rechts) hört interessiert zu. Foto jmWenn man über Plattdeutsch redet, fallen einem sofort zwei Namen ein, Ina Müller, Moderatorin und Sängerin, und eben Ehrenlandrat Martin Döscher, der seine Reden eigentlich durchweg auf Platt hält. Vielleicht rein zufällig kommen beide aus Köhlen.

„Im dritten Schuljahr beginnen die Kinder mit dem Englischunterricht. Wenn beides unterrichtet und gesprochen wird, kommt schon mal so einiges durcheinander“, erläutert der Nordholzer Schulleiter Georg Schillmöller. Wenn es dann heißen soll „he hett dat sehn“, kommt aus dem Kindermund oft „hi häst dat sehn“. Deshalb beginnen schon die Erst- und Zweitklässler in der Platt-AG mit dem Unterricht.

„Plattdüütsch verstohn, könnt veele, Plattdüütsch snacken al weniger, bi ’t Plattdüütsch lesen ward dat swor, un Plattdüütsch schrieven, ist ne Kunst för sik“, erläutert Döscher vor den Kindern. Noch sprechen 2,6 Millionen Menschen in Norddeutschland Plattdeutsch. Vor 25 Jahren waren es allerdings noch doppelt so viele. Allerdings: Die Zahl der Platt-Versteher ist drei Mal so hoch wie die der Platt-Snacker.

Los geht es im Kindergarten
Den Unterricht gestaltet Marita Spinck aus Spieka. Sie wird unterstützt von Katherina Schulz, einer Lehrer-Anwärterin, die gerade ein Studienseminar für Plattdeutsch in Cuxhaven absolviert. „Eene interessante Sprook, de veel Leven in sik bargt“, meint die angehende Lehrerin. So sitzen gleich vier Generationen in der Runde, die perfekt Platt sprechen oder es lernen wollen. „In Spiek lehrt de Jungs und Deerns in ’n Kinnergoorn dat Plattsnacken“, erzählt Marita Spinck. Sie sind somit „vorbelastet“, haben zweifellos Vorteile. „Etwa 40 Prozent unserer Kinder aus den beiden ersten Klassen nehmen freiwillig an der Plattdeutsch-AG teil“, freut sich Schulleiter Schillmöller, der aus dem Oldenburgischen kommt und natürlich auch Plattdeutsch spricht.

Mit einem kleinen Gedicht wird der Ehrenlandrat von den Kindern begrüßt. „Moin, leeve Lüüd, wi snackt Plattdüütsch hüüt; wi wöllt dat probeern, denn Platt möcht wi geern.“

„Dat hebbt ji goot mookt“, lobte Döscher, „overs ik wunner mi, dat hier blots een Jung in joe Runde mit dorteihn Kinner sitt“, sagte der Ehrenlandrat. „Das hat verschiedene Ursachen, beispielsweise läuft parallel eine andere AG, an der die Jungen teilnehmen. Ansonsten hält sich das Verhältnis in etwa die Waage“, erläutert Spinck den Mädchenüberhang.

„Eltern, die selbst kein Plattdeutsch sprechen, kommen zu mir und wollen, dass ihre Kinder die niederdeutsche Sprache erlernen“, berichtet der Nordholzer Schulleiter. Das motiviert die Lehrkräfte zusätzlich.

Schillmöller erläutert den Beginn des Plattdeutschunterrichts: „Zunächst bekommen die Kinder einen Zettel mit einem kurzen plattdeutschen Text in die Hand. Damit gehen die Jungen zu den Eltern, Großeltern oder Nachbarn, die den Text lesen und übersetzen. Dann müssen die Kinder in der AG den Text vorlesen. Vielleicht kann der eine oder andere später einmal Reden auf Plattdeutsch halten wie Ehrenlandrat Martin Döscher oder sabbeln und singen wie Ina Müller. Behilflich sein kann dabei vielleicht auch der Plattdeutsch-Kursus der NORDSEE-ZEITUNG (siehe auch unten).

Aussagen über Platt
Helmut Schmidt, Ex-Bundeskanzler: „Das Niederdeutsche ist ein Teil unserer Kultur mit eigenständiger Prosa und Poesie. Schon aus diesem Grunde sollte es gepflegt werden. Vielleicht sollten wir nicht nur Naturschutz und Denkmalpflege betreiben, sondern auch Sprachschutz.“

Johann Wolfgang von Goethe, Dichter: Die niederdeutsche Sprache spricht noch geradezu und sagt, was sie meint. Entbehrt sie der Übung in der Abstraktion, so hat sie dafür sinnliche Sicherheit, die nicht zweifelt an dem, was die Augen sehen und die Hände fassen.“

Kurt Tucholsky, Schriftsteller und Journalist: „Manchem erscheint die niederdeutsche Sprache grob, und sie mögen sie nicht. Ich habe diese Sprache immer geliebt. Das Plattdeutsche kann alles sein: zart und grob, humorvoll und herzlich, klar und nüchtern.“

Quelle:  

  Ob jemand auch noch andere Dialekte hat zum veröffentlichen ? z.B. Schweiz, Österreich, Luxemburg oder wo noch sonst ein deutscher Dialekt gesprochen wird.